Netzpolitik
03.03.2015

Apple-Chef Tim Cook verteidigt Privatsphäre

„Ich will nicht, dass jemand bei mir mitliest“, sagt Apple-Chef Tim Cook in einem Interview und spricht sich klar gegen ein Verbot von Verschlüsselung im Netz aus.

Apple-Chef Tim Cook hält Eingriffe in die Privatsphäre von Internetnutzern für nutzlos im Kampf gegen den Terror. "Keiner von uns sollte akzeptieren, dass die Regierung oder ein Unternehmen Zugang zu allen unseren privaten Informationen hätten", sagte der 54-Jährige dem britischen „Daily Telegraph“ in einem Interview. Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht, das man nicht aufgeben solle wegen Angstmacherei im Anti-Terror-Kampf, so Cook.

Terroristen verschlüsseln

Längst beherrschten Terroristen selbst Methoden zur Verschlüsselung, sagte der 54-Jährige dem britischen „Daily Telegraph“. Es bringe deshalb nichts, wenn Internetkonzerne ihre Nutzerdaten an die Geheimdienste geben müssten. Apple hatte erklärt, dass der Konzern wegen der Verschlüsselung keine Inhalte an Behörden weitergeben könne, weil er auch selbst nicht an die verschlüsselten Daten herankommen würde. Das gilt unter anderem auch für Nachrichten von iMessage.

„Wenn wir nicht verschlüsseln, treffen wir damit die guten Leute. Es sind die 99,999 Prozent der Menschen, die gut sind.“ Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht, sagte Cook. Wenn Firmen wie der US-Technologieriese Apple Informationen nicht schützen dürften, seien auch private Gesundheits- und Finanzdaten gefährdet.