Netzpolitik
07.11.2013

AT&T verkauft Verbindungsdaten an die CIA

Der Telekomgigant übermittelt laut einem Medienbericht Daten seiner Kunden und erhält dafür Zahlungen in Millionenhöhe von dem US-Geheimdienst.

Neue Enthüllungen über die Kooperation von US-Telekomanbietern mit Geheimdiensten: Laut einem Bericht der "New York Times" zahlt die CIA dem Branchenriese AT&T pro Jahr über 10 Millionen Dollar (7,4 Mio Euro) für den Zugang zu Verbindungsdaten. Dabei gehe es um Telefonanrufe außerhalb der USA. Die Informationen kommen zur Unzeit für AT&T, der angeblich die Übernahme des Konzerns Vodafone plant.

Die Zusammenarbeit zwischen AT&T und der CIA laufe auf freiwilliger Vertragsbasis und nicht auf Gerichtsanordnung, schrieb die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf Regierungsbeamte. Der Geheimdienst liefere Telefonnummern von Terror-Verdächtigen im Ausland und AT&T suche danach in seinen Datenbanken, um mögliche Kontakte aufzuspüren. AT&T habe eine riesige Sammlung an Verbindungsdaten. Sie enthalte nicht nur Daten zu eigenen Kunden, sondern auch zu Anrufen über andere Anbieter, die von AT&T-Netztechnik umgeschlagen würden.

Überwachung

Der Telefon-Riese AT&T hat die Geheimdienst-Arbeit der US-Regierung schon mehrfach unterstützt, etwa in der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten George W. Bush. Laut einem Bericht der "New York Times" von 2006 erlaubte der Konzern dem Geheimdienst NSA, an seinen Schaltsystemen geheime Ausrüstung anzubringen, um Terrorverdächtige zu überwachen. In Laufe der vergangenen sechs Jahre halfen AT&T-Mitarbeiter bei der Auswertung von Telefongesprächen, um den staatlich geführten Kampf gegen Drogenbosse voranzutreiben.

Bisher standen vor allem Überwachungsprogramme des US-Abhördienstes NSA im Mittelpunkt der Enthülllungen, dabei war auch von einer Zusammenarbeit mit Telekom-Firmen die Rede. Das CIA-Projekt bei AT&T wäre ein parallel dazu laufendes Programm eines weiteres US-Geheimdienstes.