Netzpolitik
06/15/2013

Bericht: Keine Roaming-Gebühren in EU ab 2014

Die EU plant laut Informationen der britischen Tageszeitung Telegraph bereits für nächstes Jahr die Abschaffung von Roaming-Gebühren in der EU. Das soll zu einem einheitlichen europäischen Mobilfunkmarkt führen. Dem stehen jedoch noch einige Hindernisse im Weg.

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung The Telegraph plant die EU die vollkommene Abschaffung von Roaming-Gebühren ab 2014. Eine entsprechender Entwurf wurde demnach bereits von der EU-Kommission abgesegnet und soll voraussichtlich am 1.Juli 2014 in Kraft treten. Damit verstärkt die EU ihre Bemühungen für einen einheitlichen europäischen Mobilfunkmarkt. Laut einer Quelle des Telegraph erachtet die Europäische Kommission den europäischen Mobilfunmarkt als zu fragmentiert.

Vorbild Fluglinien
Während es in den USA lediglich vier Mobilfunker gibt, existieren in Europa mehr als 100. Das sei nicht zukunftsfähig und bedrohe den Ausbau des europäischen Mobilfunknetzes. Bereits jetzt gebe es weniger 4G-Netzabdeckung in Europa als in Afrika. Durch das Streichen der Roaming-Gebühren erhofft sich die EU nun offenbar einen europaweiten Wettbewerb um Kunden. Mobilfunker sollen sich demnach nach dem Vorbild von Fluglinien zusammenschließen und Infrastrukturen teilen.

Gegenwehr
Laut Informationen von The Next Web stehen dem allerdings noch einige Stolpersteine im Weg. So ist 2014 lediglich der frühestmögliche Termin, 2015 sei deutlich wahrscheinlicher. Sollte das europäische Parlament oder die Regierung eines EU-Mitgliedsstaates intervenieren, könnte es sich sogar bis 2017 verzögern. Da bereits den letzten Roaming-Vorgaben der EU massive Lobbying-Bemühungen der Mobilfunkindustrie vorausgegangen waren, dürfte dies wohl auch hier der Fall sein.

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