© Screenshot, digitalcourage

Deutschland

Big Brother Award für Google und Apple

Der Datenschutzverein digitalcourage verlieh die Preise für „Datenkraken“ am Freitagabend in Bielefeld. Der Verein (früher Foebud) will damit die Verletzung der Privatsphäre anprangern. Google wird für sein „Globales Datensammeln“ mit dem Negativpreis bedacht. Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine mit Gratis-Diensten wie Maps, Docs und Youtube sammle der Werbekonzern Google Unmengen von Echtzeit-Daten über alles und jeden. Mit den Daten würden Menschen in Kategorien eingeteilt, um den Werbeprofit zu erhöhen. Der Konzern sollte zerschlagen und der Such-Index unter internationale Kontrolle gestellt werden, so der Datenschutzverein.

Mitarbeiterüberwachung bei Apple
Den deutschen Läden des Elektronikherstellers Apple wirft der Verein vor, die Mitarbeiter in weiten Teilen der Geschäfte mit Kameras zu überwachen. Die Deutsche Post Adress GmbH und Co KG nutze Nachsende-Anträge, um ihren Adressenbestand zu aktualisieren und gewinnbringend zu verkaufen. Wer keinen Nachsendeantrag stelle, dürfe sich aber nicht sicher fühlen. Gegen Bezahlung würden auch diese neuen Adressen recherchiert, etwa in anderen Postdiensten oder in Melderegistern.

Preiswürdig ist in den Augen des Vereins auch der neue Beitragsservice, Nachfolgerin der Gebühreneinzugs-Zentrale GEZ. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hätten die Chance verpasst, eindeutige, personenunabhängige Regelungen zu entwickeln. In der mehrjährigen Übergangsphase verarbeite der neue Beitragsservice sogar viel mehr Daten als zuvor die GEZ.

Negativpreis auch für Polizei
Der Big Brother Award in der Kategorie Behörden geht an die Bundespolizei. Die soll wiederholt Menschen wegen ihres Aussehens, also etwa dunkle Hautfarbe, gezielt aus einer Menschenmenge herausgegriffen und kontrolliert haben.

In Österreich wurden die Big Brother Awards zuletzt im Oktober

. Google zählte auch hierzulande zu den Gewinnern des Negativpreises.

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