Netzpolitik
01.03.2013

Browser-Auswahl: EU will Microsoft strafen

Vor Ostern wollen die Wettbewerbshüter der Europäischen Union Microsoft mit einer Strafe belegen, weil das Unternehmen trotz einer Zusage keine ausreichende Browser-Wahlmöglichkeit in den europäischen Versionen von Windows implementiert hat.

Das Vergehen hatte die EU bereits im Oktober 2012 festgestellt. Die Strafe dafür könnte nun relativ hoch ausfallen, da Microsoft nicht zum ersten Mal europäische Auflagen ignoriert. Bei dem US-Softwarekonzern spricht man von einem “technischen Fehler” als Grund dafür, einer Zusage an die EU nicht entsprochen zu haben.

Im Zuge eines Vergleichs mit der Union im Jahr 2009 hatte Microsoft zugesagt, seinen europäischen Kunden beim Einrichten von Windows eine Auswahl an verschiedenen Browsern neben seinem eigenen Internet Explorer zu liefern. Im Zeitraum Februar 2011 bis Juli 2012 hätte diese Regelung in Kraft treten sollen, hat sie aber laut EU nicht, berichtet Reuters. Der Microsoft-Aufsichtsrat zog dafür bereits CEO Steve Ballmer zur Verantwortung und strich einen Teil seines Bonus.

Bis dato hat die Europäische Kommission Microsoft bereits zu Strafzahlungen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro verurteilt.

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