© KBA / Jürg Christandl

Verteidigung
05/05/2011

Bundesheer: 1600 Mann für Cyber-Sicherheit

Das Verteidigungsministerium plant die Einrichtung eines "Cyber-Defense"-Bereiches, der mit 1600 Mann ausgestattet werden soll. Nach Angaben des Ministeriums ist ein entsprechender Bereich Gegenstand von Verhandlungen zur Bundesheerreform mit der ÖVP.

Die Pläne für den Cyber-Defense-Bereich sind in einem Geheimdossier des Verteidigungsministeriums mit dem Titel  "Leistungsfähigkeit ÖBH ohne Wehrpflicht bezogen auf Aufgaben gemäß Sicherheitsstrategie“ festgehalten, berichtet das Magazin "News" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Das Dossier sei Mitte April der ÖVP übermittelt worden, heißt es weiter. Die Aufstellung des neuen Bereichs beruhe auf der neuen Sicherheitsstrategie, die von der Regierung beschlossen wurde.

Dort heißt es:“Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden. Umso mehr sind Österreich und die EU von neuen Herausforderungen, Risiken und Bedrohungen betroffen." In der darauf folgenden Aufzählung werden dann auch “Angriffe auf die IT-Sicherheit„ genannt. In der Sicherheitsstrategie heißt es weiter: “Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke oder Netzwerksicherheit stellen besondere neue Herausforderungen für alle betroffenen Akteure dar und erfordern ein breites Zusammenwirken im Rahmen eines Gesamtkonzeptes."

"Gegenstand von Verhandlungen"

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte gegenüber der futurezone die Pläne. Sie seien Gegenstand der Verhandlungen mit der ÖVP zur Bundesheerreform. Der Verteidigungsminister habe sein Reformkonzept dem Finanzrahmen des Bundesheers angepasst. Cyber-Sicherheit werde in dem Konzept als einer der Schwerpunkte des Heeres genannt.

"Rad nicht neu erfunden"
Dabei werde aber "das Rad nicht neu erfunden", so der Ministeriumssprecher. Schon heute seien im Heer etwa 1600 Spezialisten in verschiedenen Bereichen mit der Cyber-Sicherheit befasst. Das Ministerium wolle aber "strukturell und strategisch" anders an die Sache herangehen. Details wollte der Ministeriumssprecher nicht nennen.

Laut dem von "News" zitierten Geheimdossier soll der Bereich Cyber Defense "durch Abwehramt, Heeresnachrichtenamt, Führungsunterstützungszentrum und Führungsunterstützungsbataillon sichergestellt werden." Eine zentrale Rolle bei der Entstehung des neuen Bereiches sollen laut "News" die Gruppe C des Abwehramtes, die sich schon jetzt mit IKT-Sicherheit beschäftigt, und die Abteilung “Technische Aufklärung" des Heeresnachrichtenamtes einnehmen.

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