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Netzpolitik
08/21/2013

Cameron veranlasste Druck auf "Guardian"

Großbritanniens Premierminister David Cameron soll nach einem Bericht der Zeitung „The Independent“ persönlich veranlasst haben, Druck auf die Redaktion des „Guardian“ auszuüben. Grund waren die Enthüllungen rund um die US-Spionageaffäre.

Der Premierminister wollte offenbar weitere Enthüllungen über die Machenschaften von Geheimdiensten in den USA und Großbritannien verhindern, schreibt die Zeitung unter Berufung auf hochrangige Regierungsquellen.

Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger hatte am Dienstag in einem Kommentar erklärt, er sei von hochrangigen Regierungsbeamten kontaktiert und zur Herausgabe sensibler Daten gedrängt worden. Schließlich hätten Geheimdienstleute die Zerstörung von Festplatten überwacht.

Nach Informationen des „Independent“ hatte Premierminister Cameron den Leiter seines Cabinet Office, Jeremy Heywood, beauftragt, den „Guardian“ zu kontaktieren. Regierungskreise bestätigten der Zeitung den Kontakt. Es habe sich jedoch nicht um eine Bedrohung gehandelt.

Der „Guardian“ hatte als erste Zeitung die Enthüllungen von US-Whistleblower Edward Snowden über die flächendeckende Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA veröffentlicht.

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