Netzpolitik
05.05.2014

China sucht Porno-Prüfer für Säuberung des Internets

Zur Durchführung der für 2014 angekündigten Kampagne gegen Internet-Pornografie suchen Chinas Online-Firmen Porno-Prüfer und erhalten tausende Bewerbungen.

Unter dem Titel "Cleaning the Web 2014" will die chinesische Regierung heuer besonders scharf gegen Online-Pornografie vorgehen. Zu diesem Zweck werden Prüfer gesucht, die erotisches Material im Netz beurteilen sollen, um es gegebenenfalls zu sperren, berichtet hollywoodreporter. Ausgeschrieben werden die entsprechenden Stellen von Chinas Online-Firmen, die Pekings Vorstellungen in vorauseilendem Gehorsam erfüllen. Im Jahr 2014 wurden bereits 110 Webseiten vom Netz genommen und über 3.300 Accounts bei chinesischen sozialen Netzwerken wegen Verbindungen zu Pornografie gesperrt.

Chinesische Online-Firmen suchen jetzt junge Menschen, die das Netz nach pornografischem Material durchforsten sollen, um es dann zu melden. Über 4.000 Personen sollen sich bereits für entsprechende Positionen beworben haben. Die Aufgabe besteht darin, im Netz Ausschau nach Pornografie zu halten, aber auch ärmellose T-Shirts, kurze Röcken und Shorts sowie anzügliche animierte Figuren sollen zensiert werden. "Ein Dutzend große chinesische Online-Firmen, darunter Baidu, Tencent und Kingsoft, haben Positionen für Prüfer von sexuellen Inhalten ausgeschrieben", schreibt Want China Times.

Die Jobangebote richten sich an Männer und Frauen zwischen 20 und 35, das Jahres-Gehalt für die Stellen, die in Peking anzutreten sind, beträgt 32.000 US-Dollar. Was die Regierung als Gefahr für die Moral des Volkes ansieht, ist für westliche Begriffe teilweise relativ harmlos. Die Strafen für das hochladen pornografischer Inhalte sind extrem hoch, es drohen Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren. Wer über 40.000 US-Dollar mit Online-Pornografie verdient, muss gar mit lebenslanger Haft rechnen.