Netzpolitik
01.03.2018

China verbietet Buchstaben “N” auf sozialen Medien

Die kommunistische Regierung begegnet Kritik auf den Online-Netzwerken Weibo und WeChat mit umfangreicher Zensur.

Am Sonntag hat das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei in China bekannt gegeben, dass die Amtszeit von Präsidenten nicht länger auf zwei Perioden begrenzt sein soll. Das bedeutet, dass der Amtsinhaber Xi Jinping auf unbestimmte Zeit das Land regieren könnte. Der Schritt sorgte für viel Kritik in den sozialen Medien, auf die chinesische Behörden mit umfangreichen Zensurmaßnahmen reagierten. 

So wurden strittige Begriffe auf dem enorm populären Kurznachrichtendienst Weibo einfach völlig gestrichen, darunter Begriffe wie „Migration“, „Widersprechen“, oder der Titel von George Orwells Klassiker „Animal Farm“. Außerdem bemerkten Nutzer, dass auch der Buchstabe „N“ von Weibo blockiert werde. Versuchten Nutzer, ihn zu posten, wurde die Fehlermeldung „illegaler Inhalt“ ausgespuckt.

Grund

Eine mögliche Begründung lieferte Victor Mair, der an der Universität von Pennsylvania chinesische Sprachen und Literatur unterrichtet. Demnach steht der Buchstabe „N“ unter anderem für eine unbestimmte Zahl. Mair spekuliert in seinem Blog-Post, dass man so die nun unbegrenzt mögliche Zahl an Amtsperioden kritisieren könne.

Neben den Wörtern wurden kurioserweise auch Fotos von Pu dem Bären blockiert. Grund dafür dürfte sein, dass viele Nutzer Xi Jinping mit der Comic-Figur vergleichen und entsprechende Bilder und Memes posten. Zumindest der Bann von "N" wurde mittlerweile wieder aufgehoben.