FILE - In this March 15, 2013 file photo, a Facebook employee walks past a sign at Facebook headquarters in Menlo Park, Calif. Facebook and Yahoo on Monday, Sept. 9, 2013 asked a secret court to allow them to disclose data on national security orders the companies have received under the Foreign Intelligence Surveillance Act. (AP Photo/Jeff Chiu, File)

© AP/Jeff Chiu

Netzpolitik
07/04/2014

Datenschützer gehen gegen Facebook-Experiment vor

Wegen des umstrittenen Facebook-Experiments haben Datenschutz-Aktivisten in den USA eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde eingebracht.

Datenschutz-Aktivisten in den USA gehen gegen Facebook wegen des umstrittenen Psycho-Experiments vor. Die Gruppe EPIC (Electronic Privacy Information Center) reichte eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde FTC ein. Sie kritisiert, Facebook habe mit dem Test Anfang 2012 gegen geschäftliche Regeln und eine Vereinbarung mit der FTC zum Schutz der Nutzerrechte verstoßen.

EPIC weist unter anderem darauf hin, dass Facebooks Erklärungen zur Datenverwendung zum Zeitpunkts des Experiments noch nicht auf einen möglichen Einsatz für Forschungszwecke hinwiesen.

Außerdem habe Facebook gegen eine FTC-Regel verstoßen, die Handlungen verbietet, die Verbrauchern Schaden zufügen könnten. Facebook hatte bereits nach vorherigen FTC-Ermittlungen zum Umgang mit der Privatsphäre und Datenschutz Auflagen wie langjähriger Aufsicht zugestimmt. Auch britische und irische Aufseher schauen sich das Experiment bereits genauer an.

"Schlecht kommuniziert"

Facebook hatte erklärt, der Test werde durch die Benutzungsbedingungen des Dienstes gedeckt. Gleichzeitig hatte Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer, eingeräumt, dass die Studie „schlecht kommuniziert“ worden sei.

Bei dem scharf kritisierten, einwöchigen Experiment im Januar 2012 sollte ermittelt werden, wie sich Emotionen in Netzwerken ausbreiten. Entsprechend wurden für Nutzer ohne deren Wissen die Einträge ihrer Facebook-Freunde vorgefiltert: Den einen wurden mehr positive Nachrichten angezeigt, den anderen mehr negative. An der Studie waren rund 690.000 Nutzer beteiligt.