Netzpolitik
06/17/2013

Datenschützer rät zu Daten-Enthaltsamkeit

"Bewusste Zurückhaltung" bei der Sammlung von Daten gefordert

Der Berliner Datenschutz-Beauftragte Alexander Dix hat sich für eine bewusste Zurückhaltung bei der Sammlung von Daten ausgesprochen. Vor allem Internetkonzerne sollten mehr zur strikten Datenvermeidung übergehen, sagte Dix am Montag in Berlin. Über das Ausmaß des Überwachsungsskandals durch den US-Geheimdienst NSA sei noch viel zu wenig bekannt. „Alles deutet aber darauf hin, dass wir bislang nur die Spitze des Eisbergs gesehen haben." Hier sei jetzt vor allem Transparenz gefordert.

„Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu vermuten, dass Daten, die zur Terrorabwehr gesammelt werden, auch in ganz anderen Bereichen genutzt werden", sagte Dix auf dem Kongress „Datenschutz und Datensicherheit", der noch bis Dienstag in Berlin tagt. Dabei sei die Terrorabwehr zu einem „überwältigenden Killerargument" geworden.

„Datenschutz ist nach europäischer Vorstellung ein Menschenrecht", sagte Dix. Europa müsse offensiv für seine Werte eintreten, statt wie bisher etwa bei der Weitergabe von Flugpassagierdaten an die USA das Grundrechte zur Disposition stellen.

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