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Person des Jahres
12/16/2010

Debatte: Hat Zuckerberg verdient gewonnen?

Das Time Magazine hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zur Person des Jahres 2010 gewählt und damit für eine Überraschung gesorgt. Denn im Publikumsvoting landete WikiLeaks-Aushängeschild Julian Assange auf Platz eins. Nun wird darüber diskutiert, ob Zuckerberg die richtige Wahl war.

Die Diskussion hat begonnen: Zuckerberg ist 2010 doch mit gar nichts Besonderem aufgefallen. Was hat er in diesem Jahr anderes gemacht als in den Jahren davor, fragt etwa der Technologie-Blog Gizmodo in einer Analyse zur Time-Wahl. Ein paar neue Datenschutzdebatten, ein Re-Design von Facebook und natürlich der Film "The Social Network" - in Verbindung damit kam Zuckerberg in den vergangenen Monaten in die Medien. Doch das reicht wohl noch nicht, um zur wichtigsten Person ernannt zu werden, heißt es in der Analyse.

Es habe Menschen gegeben, die eine größere, bedeutendere Rolle gespielt haben, die Welt mehr bewegten und erschütterten. Die Rede ist allen voran von WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Dieser wurde zumindest von den Lesern beim Onlinevoting des Time Magazine klar auf Platz eins gewählt. Zuckerberg landete nur auf dem zehnten Platz. Dass der Facebook-Gründer 2010 nicht großartig aufgefallen ist, das könne man auch anhand von anderen Rankings und Jahrescharts ablesen, argumentiert Gizmodo. So sei er bespielsweise auch nicht unter den meist genannten Personen auf Twitter zu finden. Und auch Facebook komme in den Twittercharts nirgendwo prominent vor.

Von vielen Seiten kommt nun auch der Vorwurf, Time habe nicht genug Mumm besessen, einen so kontroversen Charakter wie Assange auf den ersten Platz zu heben. Dabei haben in der Vergangenheit sogar Hitler (1938) und Stalin (1939, 1942) den Titel "Person des Jahres" erhalten.

Gegenstimmen

Doch nicht alle sind unzufrieden mit Zuckerbergs Wahl. Cnet wiederum bricht eine Lanze für ihn und erklärt, warum er es doch verdient hat, die Auszeichnung zu gewinnen. Immerhin habe sich Facebook inzwischen zu einem "ganz normalen" Bestandteil des Lebens von Millionen Menschen etabliert. Gerade 2010 sei das soziale Netzwerk mit neuen Rekorden aufgefallen. Zuckerberg selbst pflege inzwischen einen schnörkellosen Lebensstil und trete anders als zu Beginn seiner Karriere in der Öffentlichkeit bedacht und unverfänglich auf. Letztlich habe er den Menschen mit Facebook etwas gegeben, das heute so selbstverständlich ist, dass es gar nicht mehr auffalle. Doch genau dadurch sei die nötige Relevanz für eine solche Auszeichnung gegeben.

Unwichtig oder unverzichtbar, falsche oder richtige Wahl? Und welchen Wert haben Votings, Jahrescharts und Auszeichnungen überhaupt? Welche Meinung vertreten die FUTUREZONE-Leser?

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(futurezone)

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