© Lukas Barth/dpa

PROZESS
12/06/2010

EMI verbreitet MP3s via RapidShare

Plattenlabels sind nicht immer ehrlich, wenn es um Filesharing, also das Tauschen von Musikdateien, geht. Das zeigt der jüngste Gerichtsfall zwischen dem Plattenlabel EMI und MP3tunes. Dabei wurde bekannt, dass EMI selbst Webdienste wie RapidShare einsetzen soll, um das Repertoire seiner Künstler im Internet zu verbreiten.

Die Musik- und Medienindustrie setzt seit längerem auf Portale wie YouTube oder Facebook, um ihre Inhalte im Web schon vor der eigentlichen Veröffentlichung oder Ausstrahlung zu verbreiten. Dadurch soll die Spannung erhöht werden, ein "Buzz" erzeugt werden. Oft werden auch BitTorrent-Clients oder auf Filesharing spezialisierte Websites herangezogen, um Inhalte wie Musikdateien oder Filme viral zu verbreiten. Das geben die Konzerne jedoch nicht allzu gern zu.

Anlässlich eines Gerichtsverfahrens zwischen dem Plattenlabel EMI und dem Online-Musikdienst MP3tunes wurde jetzt bekannt, dass EMI Musikdateien via RapidShare verbreitet hat. RapidShare ist eine Website, auf der man Dateien hochladen kann, und diese via Link mit anderen Personen teilen kann. Seit der Gründung im Jahr 2006 hat das Unternehmen selbst zahlreiche juristische Auseinandersetzungen wegen Urheberrechtsverletzungen hinter sich gelassen.

Werbeleute stellen Musikdateien ins Netz

Doch zurück zum aktuellen Prozess: In einem seit über drei Jahren laufenden Prozess zwischen EMI und MP3tunes wirft das Plattenlabel dem Webdienst vor, Piraterie zu ermöglichen und das Urheberrecht zu verletzen. Der Gründer von Sideload.com, zu der auch der Dienst MP3tunes gehört, weist die Vorwürfe EMIs zurück und legt in einer 41-seitigen Einreichung schlagkräftige Argumente dafür vor.

Darin wird EMI vorgeworfen, ein Team an Werbeleuten und Agenten zu beschäftigen, die kostenlose Musikdownloads im Internet verteilt haben, "so dass EMI selbst nicht mehr zwischen genehmigten und nicht genehmigten Links unterscheiden kann." Auch externe Marketing-Unternehmen seien beauftragt worden, Musikdateien von EMI im Internet zu verteilen.

RapidShare als "Zufluchtsort für Piraterie"

EMI-Manager sollen ausgesagt haben, dass die verbreiteten Musikdateien nicht zentral registriert worden sind. Somit ist es nicht nachvollziehbar, welche Songs von EMI selbst verbreitet worden sind, und welche Nutzer ins Internet gestellt haben. RapidShare soll dabei häufig als Plattform benutzt worden sein. EMI-Mitarbeiter sagten allerdings vor Gericht aus, dass RapidShare ein "Zufluchtsort für Piraterie" sei.

EMI soll zudem einige Links auf der Website von Sideload.com als Urheberrechtsverstöße gemeldet haben, die zu RapidShare-Dateien führen. Ob diese von Nutzern oder von von EMI beauftragten Marketing-Unternehmen hochgeladen wurden, kann im Nachhinein nicht festgestellt werden. Robertson hofft daher, dass die Klage abgewiesen wird.

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(futurezone)

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