Netzpolitik
12.04.2015

EU-Kommission prüft weitere Cyberattacken auf Sender

Nach Angriff auf TV5 Monde wird auch eine Verschärfung der Richtlinie über die Netz- und Informationssicherheit erwogen.

Nach dem Cyberangriff auf die Rechner des französischen Senders TV5 Monde prüft die Europäische Kommission nun, ob möglicherweise auch andere Sender in Europa angegriffen wurden. "Wir stehen (...) im engen Kontakt mit der französischen Regierung und haben Informationen über diesen Angriff erbeten", sagte Günther Oettinger, für die Digitale Agenda zuständiger EU-Kommissar, der "Welt am Sonntag".

Der französische Sender war in der Nacht auf Donnerstag Opfer eines Internetangriffs geworden. Die Angreifer legten für Stunden den Sendebetrieb lahm und luden zudem Propaganda der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) auf den TV5-Seiten in den sozialen Netzwerken hoch.

Die Kommission überprüft nun außerdem, ob sie als Reaktion auf die IT-Attacke die derzeit diskutierte Richtlinie über die Netz- und Informationssicherheit (NIS) noch einmal verschärft. Konkret geht es um die mögliche Ausweitung der Liste von Unternehmen, die Behörden künftig verbindlich über Hackerangriffe informieren sollen. "Wir prüfen das", sagte Oettinger.