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Netzpolitik
10/01/2013

Ex-Microsoft-Mitarbeiter: NSA untergräbt Demokratie

Microsofts Ex-Datenschutz-Beauftragter traut seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht und glaubt, dass die NSA eine Gefahr für die Demokratie darstellt.

Caspar Bowden war zwischen 2002 und 2011 "Chief Privacy Adviser" bei Microsoft. Jetzt trägt er nicht einmal mehr ein Smartphone mit sich. Während seiner Zeit beim Software-Giganten habe er nichts von der Zusammenarbeit mit der NSA bemerkt. Die Veröffentlichungen über Programme wie PRISM hätten ihn schockiert, so Bowden gegenüber dem Guardian. Den Sicherheitsvorkehrungen von Microsoft traue er überhaupt nicht. Aus Furcht vor staatlicher Überwachung nutzt der ehemalige Microsoft-Datenschützer nur noch Open-Source-Software, deren Code er selbst auf Fehler und Hintertüren untersuchen kann. Ein Smartphone habe er schon seit zwei Jahren nicht mehr, so Bowden.

Die Ausmaße der Datensammel-Aktivitäten der NSA sowie den Austausch von Daten zwischen Geheimdiensten aus verschiedenen Ländern sieht Bowden als demokratiegefährdend an. "Die Öffentlichkeit muss sich der Tatsache bewußt werden, dass jede Person des öffentlichen Interesses, egal ob aus Politik, Wirtschaft oder Verwaltung, sich jetzt darüber Sorgen macht, was die NSA alles über ihr Privatleben weiß. Wie können wir den Entscheidungen dieser Leute noch trauen, wenn wie nicht wissen, ob sie nur getroffen werden, um ihre eigenen Karrieren zu schützen? Das betrifft jede repräsentative Demokratie", so Bowden gegenüber dem Guardian.

Alle Nicht-US-Bürger seien der Willkür der NSA komplett ausgesetzt, für sie gebe es keinerlei Schutz, so der Datenschützer weiter. Die Überwachungsmöglichkeiten seine viel besser als je zuvor und es sei anzunehmen, dass künftige Regierungen diese Missbrauchen werden.