© Stephan Boroviczeny

Kritik
05/12/2012

Facebook-Änderungen: „Enteignung der Nutzer“

Die am Freitag bekanntgegebenen neuen Datenschutzrichtlinien stoßen bei Datenschützern auf heftige Kritik. Max Schrems, Sprecher der Wiener Studentengruppe, die durch ihre eingebrachten Klagen die Änderungen heraufbeschworen hatte, übte heftige Kritik. Datenschutzrechtlich drohe nun erst recht eine "vollkommene Enteignung der Nutzer", so Schrems.

Die neuen Datenschutzlinien, die Facebook am Freitag

, sind bereits kurz nach Bekanntwerden heftig kritisiert worden. "Facebook nimmt sich nun sogar noch mehr raus als zuvor", fasste Max Schrems die Änderungen zusammen. Auf den ersten Blick scheine Facebook die von der Wiener Gruppe "europe-v-facebook.org" aufgedeckten illegalen Praktiken nun einfach "weiß waschen" zu wollen, indem man sie einfach in die Richtlinie schreibe.

Schritt in falsche Richtung
"Das ist natürlich transparenter, aber eigentlich ein Schritt in die falsche Richtung", so Schrems. Zudem sei es für den normalen Nutzer auch mit den neuen Richtlinien unmöglich, auf einen Blick zu erkennen, was Facebook genau mit den Daten tue. Viel bedenklicher ist aus Sicht der Wiener Gruppe jedoch ein neuer Passus, der Facebook als "controller" für alle Inhalte auf Facebook aufweist. "Diese `kleine` juristische Änderung ist datenschutzrechtlich eine vollkommene Enteignung der Nutzer. Der Nutzer verliert somit alle Rechte an seinen Daten", zeigt sich Schrems überzeugt.

7000 Kommentare in sieben Tagen
Um gegen die neuen Richtlinien anzukämpfen, will die Wiener Gruppe Facebook einmal mehr mit ihren eigenen Waffen schlagen. So sehen die Datenschutzbestimmungen vor, dass Vorschläge, die von 7000 Usern innerhalb sieben Tage konzertant eingebracht werden, zu einer Abstimmung gebracht werden müssen. Ab sofort hat die Gruppe daher unter der Webseite www.our-policy.org Verbesserungsvorschläge gepostet und eine Anleitung ins Netz gestellt, um in den kommenden sieben Tagen tatsächlich auf die 7000 Kommentare zu kommen.

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