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Auskunftsbegehren
04/12/2012

Facebook gibt Nutzern mehr Daten über sich

Das soziale Netzwerk hat am Donnerstag angekündigt, dass Nutzer künftig auch Informationen zu Freundschaftsanfragen und IP-Adressen ihrer verwendeten Computer via Download-Tool bekommen. Damit setzt Facebook eine Forderung der irischen Datenschutzbehörde nach den Beschwerden der Initiative europe-v-facebook.org um. Den Datenschützern ist dies zu wenig.

Facebook-Nutzer sollen in Kürze auch Informationen zu Freundschaftsanfragen, Beziehungsstatus inklusive älterer Angaben, Mobiltelefonnummern, Wohnorten und IP-Adressen der beim Login verwendeten Computer bekommen. Das kündigte das US-Unternehmen am Donnerstag via Facebook-Eintrag an. Das Unternehmen setzt damit eine Bedingung der irischen Datenschutzbehörde um, die in einem entsprechenden Bericht festgelegt wurde. Demnach muss Facebook 39 Datenkategorien herausrücken.

Den Wiener Datenschützern rund um Max Schrems, die durch ihre 22 Anzeigen in Irland das Verfahren gegen Facebook in Gang gebracht haben, ist dies allerdings zu wenig. "Die Nutzer werden weiter verarscht", heißt es am Donnerstag in einer entsprechenden Aussendung. "Wir begrüßen zwar die eingeschlagene richtige Richtung, aber leider ist diese Lösung noch immer weit weg von den gesetzlichen Regelungen."

Denn laut Gesetz müsse Facebook allen Nutzern innerhalb von 40 Tagen alle Rohdaten zur Verfügung stellen. Das Download-Tool werde jedoch nur 39 Datenkategorien beinhalten, während Facebook mindestens 84 Datenkategorien über jeden Nutzer speichere, so die Initiative europe-v-facebook.org.

Europe-v-facebook hatte erst

Nutzer dazu aufgerufen, eine Beschwerdeschrift nach Brüssel wegen Verletzung von Gemeinschaftsrecht zu schicken.

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