Netzpolitik 14.06.2018

Facebook gibt zu, dass es alle Mausbewegungen mitverfolgt

© Bild: REUTERS / GLEB GARANICH

Wovor Datenschützer seit geraumer Zeit warnen, hat nun auch Facebook offiziell zugegeben. Es zeichnet Cursorbewegungen auf.

Dass Facebook praktisch vor nichts zurückschreckt, wenn es um das Sammeln von Userdaten geht, war schon bisher kein Geheimnis. In einer 229-seitigen Beantwortung (PDF-Link) von Fragen des US-Kongresses hat das soziale Netzwerk nun aber einige Details veröffentlicht, die erneut für Aufregung sorgen dürften. So gab Facebook offiziell zu, die Mausbewegungen seiner Nutzer am Bildschirm mitzuverfolgen. Man mache dies, um herauszufinden, ob es sich um einen menschlichen User oder einen automatisierten Bot handle.

Auch Browser-Fenster wird analysiert

Die selbe Erklärung hat Facebook auch dafür parat, dass aufgezeichnet wird, ob das Browser-Fenster im Hintergrund läuft oder aktiv vom Nutzer im Vordergrund verwendet wird. Aufgezeichnet werden Betriebssystem, Browser-Hersteller, Dateinamen und Plug-ins, die installiert wurden. Auf mobilen Geräten weiß Facebook, wie der aktuelle Batteriestand des Geräts ist, wieviel Speicher noch übrig ist und wie stark das Mobilfunk- oder WLAN-Signal ist. Auch Bluetooth- und WLAN-Verbindungen und verfügbare Hotspots werden aufgezeichnet.

Für Stirnrunzeln dürfte auch die Aussage sorgen, dass Daten über Online- und Offline-Aktivitäten gesammelt werden. Auch Einkäufe über Dritthersteller werden mitverfolgt wie auch verwendete Apps, Spiele und Accounts. Da viele Apps, Games, aber auch Services und Plattformen jahrelang auf den Facebook-Log-in setzten, kann das soziale Netzwerk praktisch uneingeschränkt auf Nutzerdaten zugreifen. Auch das in praktischer jeder Webseite verbaute Facebook-Pixel hat einen ähnlichen Effekt.

Zuckerberg bestreitet, User abzuhören

Überhaupt haarig wird es, wenn User Facebook irgendwann Zugriff auf das eigene Adressbuch gegeben haben. In diesem Fall werden auch Anruf- und SMS-Daten mitgetrackt. Die meisten User leiten Facebook auch den eigenen Aufenthaltsort per GPS weiter. Zumindest ein Gerücht hat Mark Zuckerberg erstmals öffentlich bestritten: Dass Facebook auch über die verbauten Mikrofone in den Raum hinhört. Da das soziale Netzwerk dafür aber bereits ein Patent angemeldet hat, dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Funktion aktiviert wird.

( futurezone ) Erstellt am 14.06.2018