Netzpolitik
22.11.2017

Facebook warnt User vor russischer Propaganda

Das soziale Netzwerk will die Beeinflussung durch russische Propaganda transparent machen und User, die mit solchen Seiten interagierten, darauf hinweisen.

Nachdem Facebook vor kurzem zugeben musste, dass russische Akteure über 100.000 US-Dollar an Werbeanzeigen kauften, um die US-Präsidentenwahl zu beeinflussen, und zahlreiche Facebook-Seiten und -Gruppen gründeten, um ihre Propaganda zu verbreiten, will das soziale Netzwerk betroffene User darüber aktiv aufklären.

150 Millionen User betroffen

150 Millionen User sollen entsprechende Postings gesehen haben, was Facebook in einem Blogpost gar als "Untergraben der Demokratie" bezeichnete. Um diese Vorgänge zwischen Jänner 2015 und August 2017, aber auch Interaktionen von Usern mit den betroffenen Propaganda-Seiten transparent zu gestalten, sollen Menschen eine Auflistung bekommen, welche der Seiten von der russischen Organisation "Internet Research Agency" ins Leben gerufen wurden.

Diese gilt als Drahtzieher hinter propagandistischen Postings, welche die US-Wahlen beeinflusst haben sollen. Facebook, aber auch Twitter und Google, mussten sich diesbezüglich zuletzt einer Anhörung vor dem US-Senat stellen, wo es eine Menge an Vorwürfen hinsichtlich der begünstigten Wahlmanipulation aus dem Ausland hagelte. Die besagten Firmen hätten zu wenig getan, um diese zu verhindern, bzw. sie über verkaufte Werbeanzeigen sogar begünstigt. Russland hat eine derartige Einflussnahme stets bestritten.