Netzpolitik
31.10.2013

Finnisches Regierungsnetz jahrelang ausgespäht

Ausländische Spione haben einem Fernsehbericht zufolge jahrelang das interne Netz der finnischen Regierung ausgespäht und Zugang zu deren Kommunikation erlangt.

Der Sender MTV3 berichtete am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Informanten, die Angreifer hätten es anscheinend auf den Austausch zwischen Vertretern der finnischen Regierung und der EU abgesehen. Auch der chinesische und der russische Geheimdienst seien möglicherweise beteiligt gewesen.

"Ernste Angelegenheit"

Dass Angreifer in das Intra-Netz der finnischen Regierung eingebrochen seien, sei im Frühjahr entdeckt worden, berichtete MTV3. Zugang hätten sie vermutlich vier Jahre lang gehabt. Finnlands Außenminister Erkki Tuomioja bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Medienbericht. „Es ist eine ernste Angelegenheit“, sagte er. Staatsgeheimnisse seien aber nicht abgegriffen worden. Die Sicherheitsbehörden ermittelten. Zu weiteren Details wollte er sich zunächst nicht äußern.Das Außenministerium konnte die Datenpanne zunächst nicht bestätigen.

Die Datenpanne in Finnland wurde mitten in der Ausspäh-Affäre um den US-Geheimdienst NSA bekannt. Medienberichten zufolge hat die NSA Millionen Telefonate in Europa belauscht und auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgespäht. Die USA und andere westliche Staaten haben China und Russland wiederholt vorgeworfen, ihre Geheimdienste hätten die Computer-Netzwerke von Regierungen und Unternehmen angegriffen. China und Russland haben diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.