Netzpolitik
28.08.2013

Forderung: Datenschutz soll in den Lehrplan

Der oberösterreichische EU-Abgeordnete Josef Weidenholzer (SPÖ) fordert, dass Datenschutz-Themen verpflichtend in den Lehrplan an Schulen aufgenommen werden soll. Er beruft sich dabei auf eine US-Studie, aus der hervorgeht, dass Kinder sich mehr um den Schutz ihrer Daten sorgen, wenn sie einmal beraten wurden.

Einer Studie des Pew Research Centers und dem Berkman Center for Internet & Society der Havard Universität zum Thema „Teens and Mobile Apps Privacy" zufolge haben 51 Prozent der Teenager zwischen 12 und 17 Jahren bereits einmal eine App wegen der Sorge um unzureichenden Schutz der eigenen Privatsphäre vermieden. 26 Prozent der Teenager haben außerdem schon einmal eine App deinstalliert, weil sie herausgefunden haben, dass diese persönliche Informationen gesammelt hat. 

46 Prozent der jungen Erwachsenen haben das Tracking des Aufenthaltsorts via Mobilfunk-App abgedreht – bei den Mädchen sind es 59 Prozent, bei den Buben 37 Prozent. Die Studie zeigt außerdem, dass Jugendliche, wenn sie über mögliche Gefahren durch Apps im Bezug auf ihre eigene Privatsphäre und Datenschutz informiert werden, vorsichtiger werden.

Der EU-Abgeordnete Weidenholzer interpretiert diese Ergebnisse als „erfreulich". „Dadurch wird die Annahme, dass junge Menschen alles sorglos ins Netz stellen, widerlegt. Gleichzeitig ist es aber bedenklich, dass sich schon junge Menschen überhaupt über den Schutz ihrer Privatsphäre Sorgen machen müssen", meint der SPÖ-Politiker, der auch gleich eine verpflichtende Einführung von Datenschutz im Lehrplan fordert.

„In den österreichischen Schulen ist Datenschutz kein Thema. Nur ab und zu kommt diese Themenstellung in Schulaufsätzen vor. Das ist zu wenig", meint Weidenholzer. „Schüler sollten die Möglichkeit haben, sich mit der eigenen Privatsphäre auseinanderzusetzen und Datenschutz zu erlernen. Datenschutz sollte verpflichtend in die Lehrpläne aufgenommen werden."

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