Netzpolitik
04.03.2011

Für Assange ist Manning "ein Held"

Der mutmaßliche WikiLeaks-Informant sitzt seit zehn Monaten im Gefängnis. Dort musste er laut seinem Anwalt mehrere Stunden lang nackt in seiner Zelle ausharren. Mannings Anwalt legte Beschwerde gegen die Haftbedingungen ein.

Der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, hat den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning als „Helden“ bezeichnet. Wenn die Verdächtigungen wahr seien, sei der 23-jährige US-Soldat ein „beispielloser Held“, sagte Assange am Donnerstag dem britischen Sender ITV News.

Er kritisierte, das Manning nun seit zehn Monaten ohne Prozess in einem Militärgefängnis im US-Bundesstaat Virginia sitze. WikiLeaks gibt die Namen seiner Informanten nicht preis. Die US-Justiz prüft derzeit rechtliche Schritte gegen Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Regierungsdokumente.

Das US-Militär hatte am Mittwoch die Anklageschrift gegen Manning erweitert. Am schwersten wiegt der Vorwurf der „Unterstützung des Feindes“, auf den die Todesstrafe steht. Die Militär-Staatsanwaltschaft kündigte aber an, dass sie eine lebenslange Haft für den Soldaten fordern will, der vertrauliche Dokumente an WikiLeaks weitergeleitet haben soll.

Vorwürfe der Misshandlung
Der Anwalt von Manning hat den Behörden Misshandlung seines Mandanten vorgeworfen. Manning sei „ohne Erklärung“ seine Kleidung abgenommen worden und er habe nachts sieben Stunden lang nackt in seiner Zelle ausharren müssen, schrieb David Coombs am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Blog.

„Diese entwürdigende Behandlung ist nicht zu entschuldigen und nicht zu rechtfertigen“, schrieb Coombs. „Es ist eine Blamage für unser militärisches Justizsystem.“ Manning sei dieselbe Behandlung dann erneut angedroht worden.

Beschwerde gegen Haftbedingungen
Erst kürzlich hatten Mannings Rechtsvertreter Beschwerde gegen die Haftbedingungen des 23-Jährigen eingelegt, der der Weitergabe geheimer Dokumente an das Enthüllungsportal Wikileaks verdächtigt wird. Er stehe unnötigerweise unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und besonderer Überwachung, erklärte Coombs. Demnach steht Manning zur Verhinderung von Selbstverletzungen unter ständiger Kontrolle, alle fünf Minuten schaut ein Wärter nach ihm.

Der im Juni vergangenen Jahres im Irak festgenommene Analyst wird auf einer Marinebasis im US-Bundesstaat Virginia festgehalten. Er darf seine Zelle nur für eine Stunde am Tag verlassen.

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