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Netzpolitik
12/09/2018

Gesichtserkennungssoftware wird rund um Weißes Haus getestet

Rund um das Weiße Haus in Washington startet ein Pilotprojekt mit Gesichtserkennungssoftware. Die Kameras erkennen vorerst nur Mitarbeiter.

Das US-Heimatschutzministerium DHS hat einem Dokument zufolge ein neues Kamera-System geplant, das mit Gesichtserkennungssoftware alle Menschen in der Nähe scannen soll. Betrieben werden soll das System vom US Secret Service.

Offiziell soll das Pilotprojekt dazu dienen, rauszufinden, ob Gesichtserkennungstechnologien für das US Secret Service eine Hilfe sein können, „interessante Subjekte“ zu identifizieren, bevor diese mit Kontakt haben mit den Behörden des Weißen Hauses, heißt es in der Beschreibung.

"Freiwillig"

Im Moment sollen die Kameras nur dazu verwendet werden, angestellte Personen freiwillig zu identifizieren, die davor explizit zugestimmt haben. Die Kameras sind an zwei Orten installiert, an denen auch Menschen auf der Straße und den Parks nebenan spazieren gehen.

Nur die Gesichter der mitmachenden Angestellten, die vom System erkannt werden, sollen behalten werden. Negative Matches sollen sofort gelöscht werden, heißt es in einem Bericht von „The Register“. Das Heimatschutzministerium sagt, es möchte transparent mit der Erprobung dieser neuen Technologie umgehen. Nach den Tests sollen alle Gesichter wieder gelöscht werden.

Bedenken

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU äußerte bereits Bedenken. „Aus der Sicht der Privatsphäre ist die Gesichtserkennungstechnologie eine der gefährlichsten, weil sie so einfach missbraucht werden kann.“ Man befürchtet, dass die Technologie auch gegen Demonstranten eingesetzt wird, um diese zu überwachen.

Wie man zum „interessanten Subjekt“ wird sei ebenso unklar, wie der genaue Radius der neuen Software und Kameras, heißt es seitens ACLU, die sich angesichts der Tests bereits über zukünftige Einsatzgebiete besorgt gibt.