Netzpolitik 20.10.2014

Großbritannien will Strafmaß für Internet-Trolle erhöhen

Drohungen und beleidigende Aussagen können künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Die Verschärfung folgt auf einen prominenten Fall.

Der britische Justizminister Chris Grayling hat Pläne angekündigt, wonach die Strafen für Internet-Trolle deutlich erhöht werden könnten. So drohen für beleidigende Aussagen, Androhungen von körperlicher Gewalt oder andere Drohungen künftig statt sechs Monaten bis zu zwei Jahre Haft. Grayling nennt den Fall Chloe Madeley als prominentes Beispiel für die Notwendigkeit der Verschärfung. Madeley wurde über die sozialen Netzwerke Vergewaltigung angedreht, nachdem sie die Aussagen ihrer Mutter über den Profi-Fußballer Ched Evans verteidigt hatte.

"Internet-Trolle sind Feiglinge"

Evans wurde 2012 für Vergewaltigung zu fünf Jahren Haft verurteilt und nun vorzeitig entlassen. Gerüchten zufolge soll er nun in den Profi-Fußball zurückkehren, wofür Madeleys Mutter Verständnis aufbrachte und so für Empörung auf den sozialen Netzwerken sorgte. „Diese Internet-Trolle sind Feiglinge, die unsere Gesellschaft vergiften. Niemand würde derartiges Gift von Angesicht zu Angesicht versprühen, also hat es auch nichts auf Social Media verloren“, so Grayling.

Auch Madeley sieht das Gesetz als verbesserungswürdig an, da „Gewaltandrohungen keinen ‚Redefreiheit‘-Schutz erhalten dürfen“ und als „Online-Terrorismus“ angesehen werden sollte.

( futurezone ) Erstellt am 20.10.2014