Netzpolitik
06.11.2013

Internet-Nutzer sorgen sich vor allem um Finanzdaten

Eine internationale Studie zum NSA-Datenskandal kommt zum Ergebnis, dass Bürgern vor allem ihre Finanzdaten am Herzen liegen. Kreditkartendaten sind demnach am wichtigsten.

Wenn es um das Thema Datenschutz geht, sorgen sich die Menschen vor allem um ihre Finanzdaten. Dies zeigt eine am heutigen Mittwoch veröffentliche Studie der Unternehmensberatungsfirma Boston Consulting Group (BCG). In Europa halten 89 Prozent der Befragten ihre Kreditkartendaten für vertraulich, in den USA seien es 87 Prozent. E-Mails sehen nur 48 beziehungsweise 53 Prozent als „sehr oder mäßig privat“ an.

Die Studie wurde in 20 Staaten weltweit durchgeführt. In Europa wurden Bürger aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien befragt. Laut BCG ist für 75 Prozent der Befragten der Datenschutz insgesamt eine „bedeutende Angelegenheit“. Am wenigsten heikel sind die Bürger bei Daten wie Name, Alter, Geschlecht oder ihrem Konsumverhalten. So sehen etwa 59 Prozent der Europäer und 53 Prozent der US-Amerikaner ihre Markenpräferenzen als „nicht oder nur wenig privat“ an.

Kein Unterschied zwischen Jung und Alt

Allerdings gaben nur sieben Prozent der Befragten an, dass sie nichts dabei finden, wenn über sie gesammelte Informationen für einen anderen als den ursprünglichen Zweck verwendet werden. Laut BCG werden Finanzinstitutionen, Internetunternehmen und Regierungsinstitutionen besonders argwöhnisch gesehen. Bei Kreditkartenfirmen seien die Datenschutzbedenken rechnerisch um 2,6 Mal höher als bei Markenunternehmen, Betreiber von Sozialen Medien 2,5 mal höher.

Die Studie zeigt auch, dass die jüngere Generation entgegen einer verbreiteten Ansicht keine wesentlich entspanntere Haltung zum Datenschutz hat als ältere Menschen. In den USA seien 71 Prozent der 18- bis 24-Jährigen der Meinung, dass man beim Teilen von persönlichen Informationen im Internet vorsichtig sein sollte. Bei den 25- bis 34-jährigen seien 81 Prozent dieser Meinung, bei den 34- bis 48-Jährigen seien es 84 Prozent und bei den 49- bis 67-Jährigen 87 Prozent.