Netzpolitik
21.01.2015

Investor Peter Thiel macht sich über NSA-Überwachung lustig

Der Abhörskandal um den US-Geheimdienst NSA hat nach Ansicht des Silicon-Valley-Investors Peter Thiel mehr mit Polizisten aus Stummfim-Komödien zu tun als mit Big Brother.

Für Thiel habe der Skandal mehr mit einer „krebsartig wuchernden Bürokratie als mit der Schreckensvision eines totalitären Überwachungsstaates“ zu tun. „Die NSA-Agenten sind eher “Keystone Cops" als “Big Brother“, sagte Thiel am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft in Berlin. Die „Keystone Cops“ waren ein Haufen trotteliger Polizisten aus den Stummfilm-Komödien des Studios Keystone Pictures. Der „Big Brother“ in George Orwells Roman „1984“ ist die Figur des Diktators im fiktiven Überwachungsstaat „Ozeanien“.

Die Nachricht, dass ein Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von der NSA überwacht wurde, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf für US-Präsident Barack Obama neu gewesen, sagte Thiel. „Die NSA sammelt alles ein und hat keine Ahnung, was sie mit den Daten anfangen soll.“ In der Praxis werde kaum etwas mit den Daten gemacht. Der gebürtige Deutsche Thiel (47) ist einer der führenden Internet-Investoren in den USA, da er zu einem frühen Zeitpunkt sein Geld in erfolgreiche Startups wie PayPal und Facebook gesteckt hat.