Netzpolitik
15.02.2013

Island will Porno-Webseiten blockieren

Die Regierung des Landes überlegt, Filter einzuführen, um die Bevölkerung vom Betrachten pornografischer Webseiten abzuhalten. Die Insel wäre somit die erste westliche Demokratie, die einen derartigen Vorschlag realisiert.

„Wenn wir einen Mann auf den Mond schicken können, müssen wir auch fähig sein, Pornografie im Internet anzugreifen“, so Halla Gunnarsdottier, eine Beraterin von Islands Innenminister Ogmundur Jonasson, gegenüber der Daily Mail. Um die Blockade zu realisieren, sollen etwa IP-Adressen blockiert werden. Überlegt werde auch ein Verbot, isländische Kreditkarten für Pornoseiten zu verwenden. Es wird erwartet, dass ein entsprechender Gesetzesvorschlag noch in diesem Jahr angenommen wird.

„Wir müssen fähig sein, über das Verbot von gewalttätiger Pornografie zu sprechen, die sehr schädlich für Heranwachsende sein kann und auch mit gewalttätigen Verbrechen in Zusammenhang steht, so Jonasson in einer Stellungnahme.

Derzeit ist es in Island verboten, pornografische Inhalte zu drucken und zu vertreiben. Auch das Betreiben von Strip-Clubs ist in dem Land seit 2010 nicht gestattet. Der aktuelle Vorschlag ist der erste Versuch, die strengen Gesetze auch auf das Internet auszuweiten.

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