Netzpolitik
20.11.2014

"IT-Sicherheit ist kein rein technisches Thema"

Auf der Sicherheitskonferenz DeepSec wird diagnostiziert, dass IT-Security darniederliegt. Das Thema gehöre breiter diskutiert und an Schulen vermittelt, so ein Vorschlag.

Die IT-Security liegt am Boden und kaum jemanden scheint es zu kümmern. Das war der Tenor bei der Pressekonferenz der diesjährigen Sicherheitskonferenz DeepSec in Wien. Um der IT-Sicherheit auf die Beine zu helfen, schlägt Stefan Schumacher vom Magdeburger Institut für Sicherheitsforschung vor, das Thema breiter zu diskutieren und es als Allgemeinbildung im Lehrplan zu verankern.

Er ist der Ansicht, es sei ein Fehler, zu glauben, IT-Security sei eine durch und durch technische Angelegenheit. Ein Grund für den katastrophalen Zustand der IT-Sicherheitsbranche sei daher, dass meist nur technische Details diskutiert werden, ohne nach langfristigen Lösungen zu suchen.

IT-Security breiter diskutieren

"Nur wenn man aus dem rein technischen Eck herauskommt und IT-Security breiter angeht, um psychologische, pädagogische, politische sowie soziologische Gesichtspunkte erweitert und mit Aspekten des Social Engineering verknüpft, kann es gelingen, nachhaltige Konzepte zu erarbeiten", sagte Schumacher. Daher setzt er sich dafür ein, dass IT-Sicherheit endlich auf wissenschaftlicher Ebene, Disziplin übergreifend diskutiert wird.

Dies sei für Schumacher auch der Ausgangspunkt dafür, dass Informatik im Allgemeinen und IT-Security im Speziellen, als Allgemeinbildung an den Schulen vermittelt wird. "Der heutige Informatikunterricht beschränkt sich meist auf ein bisschen MS Word erklären und eine bunte PowerPoint-Präsentation zu erstellen", kritisiert Schumacher, "Dabei wäre es höchst an der Zeit an den Schulen ein Verständnis für Informatik zu schaffen. Es müsste Grundlegendes gelehrt werden, etwa wie Computer und Netzwerke funktionieren und es müssten dringend auch netzpolitische Themen wie Datenschutz und Privacy vermittelt werden."

Kein Interesse vorhanden

Allerdings vermisst Schumacher dafür den politischen Willen und die Bereitschaft der Lehrer: "In Sachsen-Anhalt wollten wir bereits mehrfach eine Lehrerfortbildung für IT-Vermittlung im Schulunterricht anbieten. Leider ist diese Veranstaltung noch nie zustande gekommen, da das Interesse der Lehrpersonen einfach nicht vorhanden war."