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Netzpolitik
10/01/2012

Japan führt schwere Strafen für Filesharing ein

Bis zu zehn Jahre Haft drohen Uploadern von urheberrechtlich geschütztem Material. Downloader können mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe von bis zu 20.000 US-Dollar belangt werden. Das Gesetz folgt massiven Lobbying durch Musikverlage wie Sony.

Das japanische Strafsystem ist nicht unbedingt für seine Milde bekannt, doch ein neu eingeführtes Gesetz gegen den illegalen Download von urheberrechtlich geschützten Dateien übertrifft selbst die Erwartungen vieler Beobachter. Insgesamt drohen bei einem Vergehen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Strafe von zwei Millionen Yen (knapp 20.000 Euro). Das Gesetz wurde nach massiven Lobbyingmaßnahmen durch die Musikindustrie umgesetzt. Auch Uploader haben in Japan eine harte Strafe zu erwarten: Bis zu zehn Jahre Haft oder aber eine Strafe von zehn Millionen Yen (100.000 Euro) dürfen durch das Gericht verhängt werden.

4,4 Milliarden illegale Downloads pro Jahr
Das neue Gesetz stößt auf harte Kritik, da der Download seit 2010 zwar illegal, so wie in vielen anderen Ländern aber nicht strafrechtlich verfolgt wurde. Die Verkaufszahlen sprechen allerdings eine andere Sprache, denn Japan ist der zweitgrößte Musikmarkt nach den USA und somit essentiell für viele Musikverlage. Eine Studie aus dem Jahr 2010, in Auftrag gegeben von der Recording Industry Association of Japan, legt nahe, dass auf jeden legalen Musikdownload zehn Illegale kommen und die Wirtschaft dadurch erheblichen Schaden davontragen würde. Vorsitzender des Interessenverbands für japanische Musikverlage ist Naoki Kitagawa, der auch CEO von Sony Music Entertainment Japan ist. Dieser zeigt sich erfreut über das neue Gesetz und spricht davon, dass es "illegale Aktivitäten im Internet reduzieren wird."

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