Netzpolitik
11.10.2013

Lavabit geht gegen Gerichtsbeschluss vor

Edward Snowdens E-Mail-Anbieter Lavabit geht nun gegen einen US-Gerichtsbeschluss vor, der den Behörden Zugriff auf deren Daten ermöglichen würde.

Der E-Mail-Anbieter Lavabit, der durch seinen wohl prominentesten Kunden Edward Snowden zu Weltruhm kam, legt laut Russia Today Berufung gegen eine Anordnung eines US-Gerichts ein. Diese sah vor, dass der Anbieter seine SSL-Keys an die US-Behörden weitergeben müsste. Lavabit bot einen vollständig verschlüsselten E-Mail-Dienst an, der das Abhören durch Behörden wie der NSA erschwerte. Der Dienst hatte, um seine Kunden schützen zu können, den Betrieb kurz nach der Anfrage der US-Behörden eingestellt.

Im Berufungsdokument spricht Lavabit davon, dass man keinerlei kriminelle Aktivitäten unterstütze. "Wir sind keine Schmuggler oder die Früchte irgendeines Verbrechens. Wir waren niemals Werkzeug oder Beweismittel in einem Verbrechen." Das 44 Seiten schwere Dokument zweifelt die derzeitige Auslegung der Gesetze an und könnte damit zu einem wegweisenden Verfahren führen.

Lügen gefordert

Aus dem Dokument geht auch hervor, dass die Vertreter der US-Behörden nicht nur Geheimhaltung, sondern auch bewusste Lügen gefordert haben. Lavabit sollte seinen Kunden weiterhin erzählen, dass man gegen jegliche Form von Zugriffen von Außen gesichert sei. Lavabit versuchte, einen Kompromiss mit den Behörden abzuschließen und bot ihnen statt "Vollzugriff in Echtzeit" die Login- und Logout-Zeiten, IP-Adresse und "Non-Content-Header" der E-Mails an. Das Angebot wurde jedoch abgelehnt.