Netzpolitik
08.05.2014

Londoner Polizei mit Kameras an Uniform auf Streife

Das Scotland Yard will den Einsatz von Video-Überwachung bei mehr als 500 Beamten testen. Damit sollen unter anderem Fehler der Beamten leichter aufgedeckt werden.

Polizisten in London sollen künftig mit Kameras ausgerüstete Uniformen tragen. Scotland Yard werde 500 Beamte versuchsweise mit der neuen Technologie auf Streife durch die britische Hauptstadt schicken, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Ziel sei es, die Polizeiarbeit wirksamer zu machen.

Betroffene müssen Bescheid wissen

"Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Menschen ihre Fehler leichter einsehen, wenn sie wissen, dass der Vorfall von einer Kamera aufgezeichnet wurde", erklärte Scotland Yard-Chef Bernard Hogan-Howe. Polizei und Justiz erhoffen sich demnach schnellere Verfahren, einen besseren Opferschutz und einen Beitrag zur Deeskalation.

Die Uniform-Kameras dürfen laut Scotland Yard nur im Einsatz laufen, die Betroffenen müssen in Kenntnis gesetzt werden, dass sie gefilmt werden. Anders als mutmaßliche Täter dürfen Opfer verlangen, dass Material über sie gelöscht wird. Die Daten sollen einen Monat lang gespeichert werden. Anschließend müssen sie vernichtet werden, es sei denn, sie werden in einem laufenden Verfahren gebraucht.

Vorwürfe an Polizei

Die Entscheidung für die Uniform-Kameras war nach einem umstrittenen Polizeieinsatz im Jahr 2011 beschleunigt worden. Der Einsatz, bei dem ein Mann getötet worden war, hatte schwerste Straßenkrawalle in Großbritannien ausgelöst. Die Justiz bescheinigte den beteiligten Beamten unlängst, gesetzestreu gehandelt zu haben, die Familie des getöteten Mark Duggan sprach dagegen von einer "Hinrichtung".