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Digitalisierung Mahrer fordert ambitioniertere Ziele für Breitbandausbau.

Die Glasfaser-Infrastruktur - hier ein Kupferkabel - muss in Österreich ambitionierter gestaltet werden, meint Wirtschaftsminister Harald Mahrer
Die Glasfaser-Infrastruktur - hier ein Kupferkabel - muss in Österreich ambitionierter gestaltet werden, meint Wirtschaftsminister Harald Mahrer - Foto: REUTERS/ALESSANDRO BIANCHI
Wirtschaftsminister Mahrer setzt sich dafür ein, dass Österreich in drei bis fünf Jahren ein Backbone-Netz mit eine Kapazität von 100 Gigabit pro Sekunde erhält.

Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) hat sich bei einem Besuch in Eisenstadt am Freitag einmal mehr für einen raschen Ausbau des Breitbandinternet ausgesprochen. Würde Österreich Pilotland beim Ausrollen des 5G-Mobilfunkstandards, brächte dies Studien zufolge bis 2027 etwa 30 bis 40 Milliarden Euro mehr Bruttowertschöpfung und 30.000 bis 40.000 Jobs, sagte der Ressortchef vor Journalisten.

Chance nur mit Infrastruktur

Ob man in Zukunft einen Zugang zu den "segensbringenden Anwendungen im Digitalbereich" haben werde oder nicht, sei "eine Frage der neuen Gerechtigkeit", meinte Mahrer. Die Entwicklung gehe in Richtung selbst heilender Materialien, völlig neuer Diagnosetechniken, hoch intelligenter Energienetze und vieler anderer Möglichkeiten. Die Voraussetzung, um an diesem Prozess teilnehmen zu können, sei eine ausgezeichnete digitale Infrastruktur.

Österreich habe - wie viele andere Länder - die technologische Entwicklung auf diesem Gebiet unterschätzt, so der Minister. Der Ausbauplan mit der Breitbandmilliarde sei "im besten Fall mittelmäßig" gewesen. Deutschland, das sich ebenfalls verschätzt habe, habe hingegen mit der Initiative, in den kommenden Jahren flächendeckend ein Gigabit-Netz aufzubauen, ein "sehr mutiges" Programm gestartet.

100 Gigabit pro Sekunde

"Das hohe Ziel muss heißen, in den nächsten drei bis fünf Jahren Richtung 100 Gigabit pro Sekunde flächendeckend", mit dem Ausbau des Glasfasernetzes als Backbone, sagte Mahrer. Deutschland investiere in den kommenden Jahren 100 Milliarden Euro in den Breitbandausbau. Auf Österreich umgerechnet, würde dies Ausgaben von etwa zehn Milliarden Euro bedeuten.

Ein Ausbau, mit dem man 2019 bis 2020 100 Megabit und somit eine deutlich bessere Versorgung erreiche, wäre ein sehr ambitioniertes Ziel, meinte der Wirtschaftsminister. Um dies zu erreichen, müsste beispielsweise die Genehmigungs- bzw. Verfahrensdauer massiv reduziert werden.

Förderprogramm

Heute, Freitag, startet die vierte Phase des Leerrohrförderprogramms aus der Breitbandmilliarde, teilte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) in einer Aussendung mit. Österreichs Gemeinden können sich dafür Fördermittel in Höhe von rund 30 Mio. Euro abholen. Bei Tiefbauarbeiten an Energie-, Wasser- oder Fernwärmeleitungen kann auch um Fördermittel für die Mitverlegung von Leerrohren für die Breitbandversorgung angesucht werden.

(apa) Erstellt am 08.09.2017, 12:04

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