Netzpolitik
26.11.2017

Netzneutralität: Fake-Kommentare halfen bei Demontage

Millionen Stellungnahmen, die beim US-Regulierer FCC eingingen und sich gegen die Beibehaltung der Netzneutralität aussprachen, dürften Fälschungen sein.

Am 14. Dezember will die US-Regulierungsbehörde FCC über das Aus für die Netzneutralitätsregelung in den USA abstimmen lassen. Eine Konsultation, bei der US-Bürger zur Gleichbehandlung aller Daten und Dienste im Netz Stellung nehmen konnten, dürfte von Fake-Kommentaren überflutet worden sein, berichtet engadget. 1,3 Millionen solcher maschinell generierten Stellungnahmen hat der US-Datenwissenschaftler Jeff Kao in einer vor kurzem durchgeführten Untersuchung ausfindig gemacht.

Kao analysierte die eingegangenen Stellungnahmen mittels Sprachverarbeitungstechniken natürlicher Sprache und kam zu dem Schluss, dass es sich bei mindestens 1,3 Millionen Stellungnahmen, die sich gegen die Beibehaltung der Netzneutralität aussprachen, um Serienbriefe handelt, die auf eine Quelle zurückgeführt werden konnten.

Großteil Spam

Von den insgesamt 22 Millionen eingegangen Stellungnahmen dürften nur rund 800.000 tatsächlich von Bürgern verfasst worden sein, vermutet Kao. 99 Prozent davon, schätzt er, hätten sich für die Beibehaltung der Netzneutralität ausgesprochen. Es sei beängstigend, dass authentische Stimmen in der öffentlichen Debatte von Spam-Bots zum Schweigen gebracht würden, schreibt Kao.

Vor der Überflutung des FCC-Systems durch Spam-Bots hatte auch bereits der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneidermann gewarnt. Von der FCC bekam er jedoch keine Antwort.