Netzpolitik
28.03.2016

New Jersey überlegt Strafen für "abgelenktes Gehen"

Ein Gesetzesvorschlag in New Jersey sieht Strafen für das Tippen auf Smartphones während des Gehens vor. Auch andere US-Bundesstaaten überlegen solche Maßnahmen.

"Abgelenktes Gehen" sei in den USA für einen Anstieg an Unfällen verantwortlich, deshalb gelte es, die Mobilgeräte-Benutzung im öffentlichen Raum zu beschränken, argumentiert Pamela Lampitt, eine Abgeordnete des US-Bundesstaats New Jersey. Sie schlägt vor, künftig Strafen zu verhängen, wenn jemand beim SMS-Schreiben oder sonstiger, nicht freihändiger Smartphone-Benutzung auf öffentlichen Gehsteigen erwischt wird. Der Strafrahmen soll bis zu 50 Dollar oder 15 Tage im Gefängnis reichen.

"Abgelenkte Fußgänger stellen wie abgelenkte Fahrer eine potenzielle Gefahr für sich selbst und Fahrer auf der Straße dar", meint Lampitt zu Mashable. "Ein Individuum, das die Straße überquert und von seinem Smartphone abgelenkt ist, stellt genauso eine Gefahr für Straßenbenutzer dar, wie jemand der unaufmerksam ist und sollte deshalb dieselbe Strafe erhalten."

Der Tatbestand des "jaywalking" (unachtsames Überqueren von Straßen) reicht auch Gesetzgebern in anderen US-Bundesstaaten nicht mehr aus, um von Smartphones abgelenkte Fußgänger zu bändigen. In Hawaii wird gerade ein Vorschlag diskutiert, der die Verhängung einer Strafe von 250 Dollar für das Überqueren einer Straße vorsieht, wenn man dabei auf ein Smartphone-Display blickt. Auch in Arkansas, Illinois, Nevada und New York wurden in der Vergangenheit derartige Regelungen diskutiert, aber schlussendlich abgelehnt.