Netzpolitik
15.03.2013

Nordkorea meldet Attacken auf staatliche Server

Inmitten schwerer Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Nordkorea die USA und Südkorea indirekt für angebliche Cyberangriffe auf seine Computernetzwerke verantwortlich gemacht. Staatliche Internetserver seien intensiven Attacken ausgesetzt gewesen, berichtete am Freitag die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Die Angriffe seien insofern bemerkenswert, da sie zeitgleich mit den gemeinsamen Militärmanövern der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte erfolgt seien. Es sei kein Geheimnis, dass „die USA und die südkoreanische Marionetten-Regierung ihre Cyber-Kräfte massiv aufpeppen, um die subversiven Aktivitäten und Sabotageakte gegen die Volksrepublik zu stärken“, hieß es weiter.

Die russische Agentur Itar-Tass hatte am Mittwoch berichtet, dass der Zugang zum Internet in Nordkorea blockiert gewesen sei. Es werde vermutet, dass es sich um einen „mächtigen Hackerangriff von außen“ gehandelt habe. Nach Berichten südkoreanischen Medien war der Zugriff zu den Websites von Medienorganisationen wie etwa KCNA vorübergehend blockiert.
Südkorea beschuldigt das kommunistische Nachbarland, in den vergangenen Jahren eine Reihe von Cyberangriffen auf Websites von Behörden und Finanzinstituten des Landes unternommen zu haben. Nordkorea bestreitet das.

Das Regime in Pjöngjang hatte zuletzt fast täglich mit Krieg gedroht und dabei gar den USA einen atomaren Erstschlag angedroht. Das Land reagiert damit auf die Militärmanöver im südlichen Nachbarland und den wachsenden internationalen Druck wegen seines Atomwaffenprogramms. Zuletzt waren auch die UN-Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet worden, um das Land wegen seines Atomtests am 12. Februar zu bestrafen.

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