Netzpolitik
14.11.2013

NSA: Brasilien will Erklärung zu angeblichem IWF-Ausspähen

Die USA sollen auch Internationalen Währungsfonds ausgespäht haben. Der IWF-Exekutivrat befasste sich am Mittwoch auf Antrag des südamerikanischen Landes mit den Vorwürfen.

Brasilien hat Aufklärung zur mutmaßlichen Spionage der US-Geheimdienste gegen den Internationalen Währungsfonds ( IWF) gefordert. "Ich wollte einige Erklärungen haben", sagte der brasilianische Exekutivdirektor beim IWF, Paulo Nogueira Batista, der Nachrichtenagentur AFP. Einzelheiten nannte er nicht. IWF-Chefin Christine Lagarde nahm an der Sitzung nicht teil.

Medienberichten zufolge soll der US-Geheimdienst NSA auch den IWF und die Weltbank ins Visier genommen haben. Dabei habe die NSA die Politik von Verbündeten wie Rivalen bei den beiden internationalen Finanzinstitutionen mit Sitz in Washington ausgespäht. Sowohl IWF als auch Weltbank verweigern eine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Auch die US-Regierung äußerte sich bisher nicht zu den Berichten.

Die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden werfen seit Monaten ein Schlaglicht auf die weltweiten Überwachungsprogramme der NSA. Der US-Geheimdienst soll nicht nur die Kommunikationsdaten von Hunderten Millionen Bürgern ausgeforscht, sondern auch Spitzenpolitiker von verbündeten Staaten bespitzelt haben. Unter den Zielen sollen unter anderem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff gewesen sein.