Netzpolitik
27.08.2013

ORF präsentiert "Wahl 13"-App

Zur Wahlberichterstattung liefert der ORF Audio- und Video-Content, Blogs von Redakteuren und interaktive Daten auf Android- und iOS-Geräte. Generaldirektor Wrabetz glaubt nicht, dass die Medienbehörde KommAustria das Projekt als rechtswidrig beurteilen wird.

Der ORF begleitet die Nationalratswahl 2013 nicht nur auf seinen klassischen Kanälen, sondern hat rund ein Monat vor dem Wahltermin auch eine sogenannte "App" für Smartphones und Tablets lanciert. Diese vereint Datenmaterial zur Wahl, Audio- und Videocontent sowie Blogs von prominenten ORF-Journalisten. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sprach bei der Präsentation am Dienstag von einem in Europa "einzigartigen" Projekt, mit dem der ORF in den "Smart media"-Sektor einsteige. Die App steht ab sofort zum Download bereit (iOS und Android).

"Grundlage der modernen Demokratie ist der informierte Bürger", hielt Wrabetz fest. Die Nationalratswahl sei somit ureigenster Auftrag für den ORF. Die "Wahl 13"-App ist demnach als "Second Screen" konzipiert, mit der die tagesaktuelle Berichterstattung in den ORF-Medien zusätzlich begleitet wird.

Bis nach Wahlschluss
Die Applikation bietet unter der Rubrik "Video" Zugriff auf TV-Beiträge zur Wahl, etwa aus den "Zeit im Bild"-Sendungen, unter "Audio" gelangt man zu Radio-Clips der Ö1-"Journale". Für das "Blog" schreiben bekannte Radio- und TV-Journalisten des Öffentlich-Rechtlichen. Und die Sektion "Daten" liefert statistisches Material interaktiv aufbereitet. Am Wahlabend soll dann laufend zusätzlicher Content hinzukommen: Nach Wahlschluss aktuelle Hochrechnungen sowie Ergebnisse bis auf Gemeindeebene, Wählerstromanalysen und Wahltagsbefragungen.

Keine rechtlichen Bedenken
Befürchtungen, dass die Medienbehörde KommAustria das Projekt als rechtswidrig beurteilt, wie es bei der Ski-WM-App der Fall war, hegt Wrabetz nicht. Die Behörde hatte beanstandet, dass der ORF bei der Schladming-App Inhalte verschiedener Internet-Angebote zusammengefasst und damit ein eigens für mobile Endgeräte gestaltetes Online-Angebot erstellt habe. Der Content der Wahl-App dagegen ist als Sub-Seite von ORF.at abrufbar und wird quasi komplett in die App übertragen. Dies "müsste unserer Meinung aus Sicht der KommAustria ausreichend sein", meint der ORF-Chef.

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