Netzpolitik
30.11.2018

Rechtsgeneigte Facebook-User lassen sich am Modegeschmack erkennen

Bei den US-Präsidentschaftswahlen hat Cambridge Analytica potenzielle Trump-Unterstützer anhand deren Kleidung gefunden.

Wie jetzt bekannt wurde, hat Cambridge Analytica, das Unternehmen hinter dem Facebook-Datenskandal, bei den US-Präsidentschaftswahlen Fashion Profiling eingesetzt. Dabei wird anhand des Modegeschmacks festgestellt, welche User besonders empfänglich für Wahlwerbung sind, berichtet die New York Times.

Im Fall der US-Präsidentschaftswahlen hat Cambridge Analytica so User für Steve Bannon identifiziert, der damit ua. die Alt-Right-Bewegung vergrößerte. Bannon war Berater von Donald Trump während den Wahlen, kurzzeitig Chefstratege des Präsidenten und Leiter der rechten US-Website Breitbart.

Mode und Musik

Um Herauszufinden welche User empfänglich für die rechten-Werbekampagnen sind, hat Cambridge Analytica KI-Modelle zum Modegeschmack erstellt. Modemarken und der Musikgeschmack seien die Top-Indikatoren für die politische Neigung, so der Whistle-Blower Christopher Wylie, der die Machenschaften von Cambridge Analytica publik machte.

Als Beispiel für Marken, die Cambridge Analytica mit rechtsgeneigten Usern in Verbindung brachte, nennt er Wrangler und L.L. Bean. Generell seien es auch Modemarken, die mit dem Mythos des Wilden Westens spielen. Kenzo sei hingegen ein Label, das in den USA bei Liberalen sehr gut ankommt.