Netzpolitik
24.08.2015

Russischer Politiker will Windows 10 verbieten

Die Kritik am ungefragten Datensammeln von Windows 10 hat nun auch die Politik erreicht. In Russland macht der Sprecher des Unterhauses mobil, auch die Schweiz prüft.

Dass Windows 10 durch seine enge Anbindung an die Cloud ständig mit Microsoft kommuniziert, selbst wenn User dies unterbinden wollen, hat nun auch Politiker in verschiedenen Ländern auf den Plan gerufen. In Russland fordert nun der Sprecher des Unterhauses im Parlament, Nikolai Levichev, in einem offenen Brief Premier Dmitri Medwedew sowie die Regulierungsbehörde, Windows 10 auf Regierungscomputern zu verbieten. Zuvor hatte bereits der russische Parlamentarier Vadim Solovyo den Generalstaatsanwalt aufgefordert, Windows 10 aufgrund Datenschutzbedenken prüfen zu lassen.

Neben der Datenschutzfrage, die laut Levichev für russische Regierungsstellen von hoher Priorität sein sollten, kritisiert der Politiker auch, dass Windows 10 für den Einsatz von russischen Regierungsstellen nicht in Russland zertifiziert wurde - eigentlich ein Bedingung für den Einsatz derartiger Software. Auch aus diesem Grund solle das Betriebssystem, das von Kritikern im Land als amerikanisches Spionagetool bezeichnet wird, verboten werden.

Auch Schweizer prüfen

In der Schweiz nahm sich die Piratenpartei des Themas an un forderte den Eidgenössischen Datenschützer Hanspeter Thür auf, die Datenübermittlung von Windows 10 unter die Lupe zu nehmen. Der Datenschutzbeauftragte kläre derzeit, inwiefern die Datenübertragungen bei Windows 10 mit dem Datenschutzgesetz vereinbar seien. Um alle offenen Fragen zu klären, stehe man bereits im Kontakt mit Microsoft, wird der Pressesprecher der Behörde von inside-it.ch zitiert.