Netzpolitik
26.08.2013

Snowdens Flucht nach Moskau war geplant

© Bild: Reuters

Der PRISM-Aufdecker Edward Snowden soll schon während seines Aufenthalts in Hong Kong Kontakt mit russischen Behörden gehabt haben. Diese behaupteten bislang, dass der ehemalige NSA-Mitarbeiter überraschend in Moskau eingetroffen ist.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat einer Moskauer Zeitung zufolge schon vor seiner Flucht nach Russland engen Kontakt mit den Behörden des Riesenreichs gehabt. Russland hatte bislang behauptet, Snowden sei völlig überraschend und zufällig in Moskau eingetroffen. Der IT-Experte habe während seines Aufenthalts in Hongkong mehrere Tage im russischen Generalkonsulat verbracht und dort auch am 21. Juni seinen 30. Geburtstag gefeiert. Das berichtete die Zeitung „Kommersant" am Montag unter Berufung auf Snowdens Umfeld.

Zum Erstaunen vieler internationaler Beobachter hatte Kremlchef Wladimir Putin ungefragt mehrfach erklärt, dass Snowden kein Spion russischer Geheimdienste sei. Der von den USA wegen Geheimnisverrates Gesuchte war am 23. Juni von Hongkong nach Moskau geflogen und hat mittlerweile in Russland vorläufiges Asyl erhalten.

Snowden habe von sich aus den Kontakt gesucht und zugesichert, in ein lateinamerikanisches Land weiterzufliegen und dort Asyl zu beantragen, sagte ein namentlich nicht genannter russischer Beamter dem Blatt. „Sein Hilfsantrag kam für uns völlig überraschend", versicherte die Quelle.

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