Netzpolitik
03.06.2013

Türkei blockt angeblich Facebook und Twitter

Während massiver Anti-Regierungs-Proteste in Istanbul blocken Behörden nach Augenzeugenberichten den Zugang zu Facebook und Twitter.

Auf dem Taksim-Platz in Istanbul demonstrieren mehrere tausend Menschen gegen die türkische Regierung. Auslöser für die Proteste, die inzwischen auch auf andere türkische Städte übergegriffen haben, war das brutale Vorgehen der Polizei gegen eine Versammlung, die das Fällen einiger Bäume auf dem Platz verhindern sollte. Die Demonstranten organisieren sich teilweise über soziale Netzwerke. Zudem dienen Facebook und Co als Informationsquelle für türkische Internetnutzer, da die traditionellen Medien kaum über die Vorfälle am Taksim-Platz - wo inzwischen schon Panzer im Einsatz sind - berichten.

Zensur
Die Regierung versucht deshalb angeblich, den Zugang zu den sozialen Netzwerken zu unterbinden, wie techcrunch berichtet. Im ganzen Land soll die verfügbare Bandbreite so weit geschrumpft worden sein, dass die sozialen Medien nicht mehr erreichbar sind. Auch das Mobiltelefonnetzwerk ist angeblich beeinträchtigt. Über TTNet, einen von der Regierung kontrollierten Internetprovider, soll gar kein Zugang zu Twitter mehr möglich sein.

Der türkische Premierminister Erdogan kritisiert die sozialen Medien derweilen scharf, wie die businessweek berichtet: "Es gibt eine Bedrohung namens Twitter. Dort können viele Beispiele für Lügen gefunden werden. Für mich sind soziale Medien die schlimmste Bedrohung für die Gesellschaft."

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