Netzpolitik
09.09.2014

Türkei will Internet stärker kontrollieren

Die Regierungspartei AKP will das Internet in der Türkei noch enger an die Leine nehmen und dafür das Nutzerverhalten unbeschränkt aufzeichnen.

Die türkische Regierungspartei AKP will Internetnutzer noch stärker kontrollieren. Eine neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass die staatliche Telekom-Aufsicht TIB Daten über das Verhalten von Internetnutzern unbeschränkt aufzeichnen darf, wie die Tageszeitung „Hürriyet“ am Dienstag berichtete. So ließe sich nachverfolgen, welche Internetseiten ein Nutzer wann und wie lange besucht habe.

Laut „Hürriyet“ könnte die Behörde auf Grundlage des neuen Gesetzes auch den Zugang zu Internetseiten leichter ohne Genehmigung eines Gerichts blockieren, wenn es der „nationalen Sicherheit“ diene. Ein Gericht müsse diese Entscheidung innerhalb von 24 Stunden bestätigen.

Das Gesetz sei Zensur

Die Regierung hatte das Internetgesetz zuletzt im Februar verschärft. Seitdem müssen Internetanbieter Nutzerdaten zwei Jahre lang aufbewahren und sie bei Bedarf von Fall zu Fall an staatliche Behörden weitergeben. Aktivisten kritisierten das Gesetz als Zensur. Zudem sperrte die Regierung in diesem Jahr mehrere Wochen lang den Kurznachrichtendienst Twitter und die Videoplattform YouTube. Das Verfassungsgericht hob beide Sperren auf.