Netzpolitik
27.08.2013

US-Botschafter: Österreicher sind misstrauisch

Der Schutz von Personendaten werde in Österreich wesentlich vehementer verlangt als in den USA, meint Botschafter William Eacho. Das hänge mit der totalitären Vergangenheit zusammen. In den USA würden Bürger der Regierung wesentlich mehr vertrauen.

Der US-Botschafter in Österreich, William Eacho, hat in einem Interview über die Schwierigkeit gesprochen, die zögerliche Haltung der Österreicher zu überwinden, wenn es um den Schutz von Personendaten geht. In einem Interview mit der US-Collegezeitung "The Politic. The Yale Undergraduate Journal Of Politics", das am Dienstag von der Botschaft über Twitter weiterverbreitet wurde, sagte Eacho, in Europa sei man den Regierungen gegenüber misstrauischer als in den USA.

Die US-Bürger vertrauten trotz der NSA-Affäre der Regierung, sagte Eacho. In Europa fühlte man sich hingegen "oft an die Stasi erinnert". "Seit meinem Amtsantritt hier haben wir mit Österreich Abkommen verhandelt, Informationen über Schwerverbrecher und diese Art von Dingen auszutauschen. Die größte Herausforderung dabei war es, die zögerliche Haltung, die es hier bei Datenschutzthemen gibt, zu überwinden, da sie (die Österreicher, Anm.) einmal ein totalitäres Regime hatten und gelernt haben, dass man der Regierung nicht immer trauen kann."

Die US-Botschaft hat bisher eine inhaltliche Stellungnahme zu einem "Presse"-Bericht über ein angebliches Geheimabkommen der Bundesregierung mit der NSA und einen "Spiegel"-Bericht über einen Lauschposten des US-Nachrichtendienstes in der Wiener Vertretung der Amerikaner abgelehnt. Man werde bilateral mit der Regierung sprechen, hieß es.

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