Netzpolitik
08.04.2015

US-Drogenbehörde speicherte jahrzehntelang Telefondaten

Die US-Drogenbehörde DEA speicherte in den 90er Jahren massenweise Telefondaten von US-Bürgern. Richterliche Kontrolle gab es bei der anlasslosen Datenspeicherung nicht.

Telefondaten von US-Bürgern wurden bereits fast zehn Jahre vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 massenweise gespeichert, berichtet „USA Today“. Das US-Justizministerium und die Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) sammelten laut der Zeitung seit 1992 Milliarden von Daten. Gespeichert wurden Anrufdaten in insgesamt 116 Staaten, die von den Behörden mit Drogenschmuggel in Verbindung gebracht wurden. Die Inhalte der Gespräche wurde nicht aufgezeichnet, gesammelt wurden lediglich Verbindungsdaten.

Die anlasslose massenweise Telefondatenspeicherung, die bis 2013 andauerte, lieferte auch die Blaupause für die Datenspeicherung des US-Geheimdienstes NSA, die nach den Anschlägen vom 11. September im Jahr 2001 aufgenommen wurde, so USA Today.

Keine richterliche Kontrolle

Die Datenspeicherung fand ohne richterliche Kontrolle statt. Laut der Zeitung machten die Drogenfahnder auch intensiv von den Daten Gebrauch und stellten innerhalb eines Tages mehr Anfragen als bei der NSA innerhalb eines Jahres anfallen.

Nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die Überwachung der NSA, wurde das Programm im September 2013 eingestellt. Laut „USA Today“ ist die DEA nun dazu übergegangen, bei Telefonanbietern Anordnungen zur Herausgabe von internationalen Telefondaten zu stellen. An manchen Tagen sollen laut „USA Today“ Daten zu mehr als tausend Telefonnummern angefordert werden.