Netzpolitik
04.04.2014

USA finanzierten kubanischen Twitter-Klon Zunzuneo

Der Dienst, der mittlerweile eingestellt wurde, hätte laut einem Medienbericht dazu dienen sollen, die kubanischen Machthaber zu destabilisieren.

Zunzuneo, das 2010 gestartet ist, war ein Online-Netzwerk, ähnlich der Mikroblogging-Plattform Twitter. Wie die Associated Press (AP) berichtet, handelte es sich bei der Plattform um einen Versuch der USA, die kubanische Regierung zu destabilisieren. Die Idee war es, ein großes Online Netzwerk zu kreieren, das es den Menschen ermöglicht, kostenlos und unlimitiert miteinander zu kommunizieren und dabei Informationen auszutauschen, ohne auf die offiziellen kubanischen Nachrichtenkanäle angewiesen zu sein.

Außerdem wurden von US-Seite gezielt Nachrichten verbreitet. Anfangs handelte es sich dabei unpolitische Themen wie Sport. Der Plan war es, auch politische Botschaften darüber auszusenden. 2012 wurde das Programm jedoch eingestellt, weil die notwendigen Fördermittel ausgegangen waren.

US-Gelder

Finanziert wurde Zunzuneo demnach von US Agency for International Development (USAID). Wie ein Sprecher der USAID nach Veröffentlichung des AP-Artikels angibt, ist es die Aufgabe der Organisation, “Menschen zu helfen, ihre Grundrechte ausüben zu können“. Die Verstrickung der USAID wurde laut der USAID anfangs verheimlicht, um die kubanische Bevölkerung zu schützen. Auch ein Sprecher des Weißen Hauses hat sich bereits zu Wort gemeldet, demnach war das Programm eine „diskrete“ Form von Entwicklungshilfe.

Kubas Präsident Raúl Castro hat bereits im Januar angegeben, dass es Bestrebungen aus dem Ausland gibt, „neoliberale Gedanken“ in dem Land zu verbreiten. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon Details über das US-Programm wusste, ist jedoch unklar.