Netzpolitik
11.10.2013

Vorgesetzter hatte bereits 2009 Verdacht gegen Snowden

Der Whistleblower Edward Snowden erregte bereits vor vier Jahren Aufsehen. Ein Bericht von seinem damaligem CIA-Abteilungsleiter wurde aber nicht an die NSA weitergeleitet.

In seiner Zeit bei der CIA hat der US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden einem Zeitungsbericht zufolge bereits 2009 das Misstrauen seines damaligen Vorgesetzten erregt. Der Abteilungsleiter habe einen entsprechenden Bericht über Snowden verfasst, der damals für die CIA in Genf gearbeitet hatte und vor einem Wechsel zur NSA stand, berichtete die "New York Times" am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf zwei hochrangige US-Vertreter. Der Bericht sei aber offenbar nicht an den Geheimdienst NSA weitergeleitet worden.

Laut "NYT" berichtete der Vorgesetzte Snowdens, dessen Verhalten und Arbeitsgewohnheiten hätten sich deutlich verändert. Er vermutete demnach auch, dass Snowden versuchte, sich Zugang zu als geheim eingestuften Computerdateien zu verschaffen.

Mit Preis ausgezeichnet

Nachdem Snowden sich zunächst nach Hongkong abgesetzt hatte, begann er im Juni damit, den Zeitungen "Washington Post" und "Guardian" Informationen über umfangreiche Überwachungsprogramme zuzuspielen, mit denen die NSA und andere Geheimdienste massenhaft Telefonate und E-Mails überwachen. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht. Von Hongkong war Snowden mit einem ungültigen Reisepass nach Moskau geflogen. Dort saß er wochenlang im Transitbereich fest, bevor ihm Russlands Regierung im August für ein Jahr Asyl gewährte.

In der russischen Hauptstadt erhielt Snowden von einer Gruppe früherer CIA-Mitarbeiter einen Preis, mit dem seine "Integrität im Geheimdienst" gewürdigt wurde. Das Government Accountability Project erklärte am Donnerstag (Ortszeit), der Sam Adams-Preis sei Snowden bei einer Zeremonie am Mittwoch verliehen worden. Zum Ort der Veranstaltung wurden keine Angaben gemacht. Ein Mitglied der Gruppe, Jesselyn Radack, erklärte aber, Snowen sehe "toll" aus. "Er liebt Amerika und will, dass es zu seinen demokratischen Idealen zurückkehrt, die in völligem Widerspruch zu einer geschlossenen und geheimen Gesellschaft stehen (...)."

Seit Donnerstag ist Snowdens Vater Lon Snowden in Moskau, um erstmals seit der Flucht des Geheimdienstenthüllers seinen Sohn zu treffen. Auch er erklärte jedoch zunächst, er wisse nicht, wo sich sein Sohn befinde.