Netzpolitik
15.08.2013

Wikileaks-Informant Manning entschuldigt sich

Der Wikileaks-Informant Bradley Manning hat sich vor Gericht für seine Taten entschuldigt. „Es tut mir leid, dass meine Handlungen Menschen geschadet habe. Es tut mir leid, dass sie den Vereinigten Staaten geschadet haben“, sagte Manning am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Militärgericht in Fort Meade bei Washington.

Ihm sei bewusst gewesen, welche Entscheidungen er getroffen habe und was er tat. Er habe den Menschen helfen wollen, aber mittlerweile seien ihm seine Fehler klar geworden, sagte der 25 Jahre alte US-Obergefreite nach Berichten anwesender Reporter. Er hätte „viel offensiver innerhalb des Systems arbeiten sollen“. Nun müsse er den Preis zahlen.

Höchststrafe bei 90 Jahren
Manning war vor rund zwei Wochen unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls für

. Er hatte gestanden, als Geheimdienstanalyst des Militärs Hunderttausende geheime US-Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben. Das genaue Strafmaß soll noch im Laufe des Monats verkündet werden. Die Höchststrafe liegt bei 90 Jahren.

Mannings Aussage am Mittwoch war Teil des Verfahrensabschnittes, in dem das Strafmaß festgelegt wird. In der Anhörung hatte zuvor ein Militär-Psychologe ausgesagt, dass Manning damals mit Problemen bezüglich seiner Sexualität zu kämpfen hatte. Eine am Mittwoch öffentlich gemachte Selbstaufnahme zeigt ihn mit geschminktem Gesicht und einer Perücke langer, blonder Haare. Manning sagte, viele Schwierigkeiten gehabt zu haben. Sie seien aber keine Entschuldigung für seine Taten.

Mildere Strafe
„Ich will ein besserer Mensch werden, die Uni besuchen, um einen Abschluss zu machen“, sagte er. Beobachter werteten seine kurze Aussage als Versuch, die Strafe zu mildern. Die Richterin Denise Lind hatte in der Vorwoche bereits einem Antrag der Verteidigung

, die Höchststrafe von 136 Jahren auf 90 Jahre Haft zu reduzieren. Das Gericht hatte Manning in 19 von 21 Anklagepunkten für schuldig erklärt. Nicht schuldig ist er im schwerwiegendsten Anklagepunkt „Unterstützung des Feindes“ (aiding the enemy).

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