Netzpolitik 11.09.2013

WLAN-Daten: Google erleidet Schlappe vor Gericht

Google ist mit dem Antrag auf Einstellung einer Sammelklage gegen den Konzern wegen des Abhörens privater WLAN-Daten aus ungeschützten Netzwerken abgeblitzt.

Ein US-Gericht befand am Dienstag, dass Google wegen des Sammelns von WLAN-Daten aus ungeschützten Netzwerken haftbar gemacht werden könne, berichtete Wired News. Das Abgreifen privater WLAN-Daten sei sehr wohl Gegenstand von US-Abhörgesetzen, befand das Gericht.

Gegen Google ist in den USA eine Sammelklage auf Schadenersatz anhängig, weil das Internet-Unternehmen im Zuge seiner Kamerafahrten für den Dienst Street View drei Jahre lang private Nutzerdaten aus ungesicherten WLAN-Netzwerken gespeichert hatte. Google räumte die Datensammlung im Jahr 2010 ein und begründete sie mit einem Fehler seiner WLAN-Erfassungssoftware.

Entscheidung bestätigt

Vor Gericht argumentierte Google, dass es nicht illegal sei Daten aus ungeschützten WLAN-Netzwerken abzufangen, da diese für die Öffentlichkeit zugänglich seien. Deshalb dürften auf solche Handlungen auch keine Abhörgesetze zur Anwendung kommen. Das Berufungsgericht wies die Argumentation des Internetkonzerns zurück und bestätigte damit eine Entscheidung eines US-Bezirksgerichts gegen die Google berufen hatte.

Google zeigte sich in einer ersten Reaktion über den Richterspruch "enttäuscht" und überlegt nun weitere Schritte. Der Internet-Konzern kann nun gegen den Spruch berufen, sich der Sammelklage stellen oder eine Einigung mit den Klägern anstreben.

( futurezone ) Erstellt am 11.09.2013