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02.12.2012

500.000 Euro teures Garten-TV aus Österreich

Das österreichische Unternehmen C SEED hat aus Basis von LED-Bildschirmen aus Stadien einen Outdoor-Flat-TV mit 201-Zoll-Diagonale kreiert. Der Clou: Das über ein Tonnen schwere Display kann auf Knopfdruck gefaltet und komplett im Boden versenkt werden.

Geld löst nicht nur Probleme, sondern schafft auch welche. Wie soll man etwa im Garten seiner Villa am besten Fußballschauen? Eine Leinwand müsste man jedes mal auf- und abbauen, wenn sie nicht permanent die Sicht auf das gepflegte Grün und die zeitgenössischen Skulpturen verdecken soll. Außerdem wäre der Einsatz dann auf die Abend- und Nachtstunden beschränkt. Das österreichische Unternehmen C SEED hat eine 500.000-Euro-Lösung für dieses Problem geschaffen: Ein LED-Display mit 201 Zoll großer Bildschirmdiagonale (5,11 Meter), das auf Knopfdruck gefaltet und im Boden versenkt wird.

Bilderstrecke

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Public Viewing
Die Idee für den C SEED 201 lieferte den Unternehmensgründern Alexander Swatek und Edouardo Saint Julien-Wallsee sportliche Großereignisse: „Mit dem Phänomen Public Viewing ist der Wunsch nach großen Bildschirmen unter freiem Himmel und bei Tageslicht sehr stark gestiegen", sagt Swatek.

Die Entwicklung des gesamten Systems hat über vier Jahre gedauert. Swatek und Julien-Wallsee konnten hier die Erfahrungen einfließen lassen, die sie mit ihrem Unternehmen Global Bright gesammelt haben, das LED-Bildschirmsysteme für Außen- und Inneneinsätze anbietet. Für die Verwirklichung des Projekts C SEED 201 taten sich die beiden mit Porsche Design zusammen, die auch die Idee mit dem Falt-Mechanismus hatten.

Faltbar
Sechs Elektromotoren im Display sind für den Faltvorgang zuständig, weitere sechs für die sichere Verriegelung der sieben Segmente. In der Bodenhalterung sorgt ein 4 kW starker Hubmotor dafür, dass der Bildschirm innerhalb von 25 Sekunden vollständig aus dem Boden ausgefahren wird. Insgesamt dauert es 40 Sekunden, bis der Outdoor-TV seine Betriebsposition erreicht hat.

Damit der elf Quadratmeter große und eine Tonne schwere Screen verschwinden kann, wird die 2,6 Tonnen schwere Basisvorrichtung sechs Meter tief in der Erde in einem wasserdichten Schacht versenkt. Obwohl viele der Kunden des C SEED 201 im Ausland sind (die Website ist in Deutsch, Englisch und Russisch verfügbar), sind die Österreicher bei der Einrichtung und Inbetriebnahme des Systems vor Ort. Nur das Installieren des Einbauschachts wird an externe Baufirmen ausgelagert.

Selbstschutz
Der Bildschirm ist mit Sensoren zum Selbstschutz ausgestattet. Sollte der Wind zu stark werden, es zu regnen beginnen oder die Temperatur zu heiß oder kalt sein, wird der C SEED 201 automatisch eingefahren.

Auch sonst ist er robust: „Ein dagegen geschossener Fußball kann der Anlage nichts anhaben und – auch wenn dem Fernseher nichts passieren würde – ist er doch hoffentlich groß genug um von tieffliegenden Vögeln nicht übersehen zu werden", sagt Swatek.

725.000 LEDs
Der Bildschirm besteht aus 725.000 LEDs, eine Bildwiederholungsrate von 100.000 Hz und bietet eine Helligkeit von 5000 Nits, was bis zu zehn mal heller als ein herkömmlicher Flat-TV ist. Aufgrund der Bauweise, die auch bei LED-Anlagen in Stadien zum Einsatz kommt, ist das Display reflexionsfrei.

Die optimale Betrachtungsdistanz ist zehn bis 15 Meter. „Ab da können die einzelnen Pixel vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden und es ergibt sich ein mit einem HD-Bild vergleichbares, homogenes Videobild", sagt Swatek. Ein konkrete Angabe welcher Auflösung dies entspricht, macht Swatek nicht.

Mit Inhalten wird das Riesen-Display über einen auf Windows 7 basierenden Media-Server gespeist, der mit Glasfaserleitungen mit dem Bildschirm verbunden ist. Ein zusätzlicher kabelloser Transmitter kann FullHD-Signale auf eine Distanz von bis zu 30 Metern übertragen – etwa wenn man eine Videospielkonsole oder den Laptop anschließen will.

Natürlich hat der Riesen-TV auch eine Fernbedienung mit der nötigen Reichweite. Die Fernbedienung ist zusätzlich mit einem Fingerabdruck-Scanner ausgestattet. So können nur autorisierte Benutzer das Display aus dem Boden ausfahren.

Sound
Der Luxus-Garten-TV ist auch akustisch potent. Es ist ein 2.1-Soundsystem verbaut, dass insgesamt aus 15 Lautsprechern besteht. Sechs für den linken Kanal, sechs für den rechten und drei Subwoofer mit je 700 Watt Leistung.

Ein echtes Surround-Erlebnis kann die 2.1-Anlage natürlich nicht kreieren. Laut Swatek ist es aber durchaus denkbar und möglich, ein Surround-System zu entwickeln, bei dem die Satellitenboxen, ähnlich wie das Display, im Boden eingelassen werden und auf Knopfdruck ausfahren.

Handmade
Alle C SEED 201 werden von Hand gebaut, weshalb derzeit nur 25 Stück pro Jahr hergestellt werden können. Neben luxuriösen Hotelanlagen gehören natürlich auch Besserverdiener zu den Kunden. „Namen können wir leider aus Diskretionsgründen nicht bekanntgeben, aber es sind Personen aus dem internationalen Film- und Musikbusiness ", sagt Swatek

Auch in Österreich sollen einige Firmen und Privatpersonen Interesse gezeigt haben. Der erste C SEED 201 wurde in der Eventlocation Palais Schönberg installiert. Zukünftig soll die Modellpalette an Outdoor-TVs ausgebaut werden: „Wir planen sowohl kleinere Screens und größere Screens. Auch an verschiedene Lift- und Kinematik-Möglichkeiten werden gearbeitet. Wir sehen zum Bespiel verschiedene Wünsche im Marinebereich", so Swatek.