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Hands-On

Acer Iconia W3: Windows 8 auf 8,1 Zoll

Nach Apples und Googles großen Erfolgen mit kleinen Tablets wie dem Nexus 7 oder dem iPad mini war es nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft auch nachziehen wird. Bislang beschränkten sich die kleinsten Windows 8-Tablets auf Bildschirmgrößen von mindestens 10,1 Zoll, mit dem Acer Iconia W3 kommt nun das bislang kleinste Windows-Tablet. Der LED-Bildschirm mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten misst 8,1 Zoll in der Bildschirmdiagonale, das macht eine Pixeldichte von 195 ppi. Das ist zwar deutlich höher als beim iPad mini (162 ppi) und nur knapp unter dem Niveau des Nexus 7 (215 ppi), allerdings enttäuscht gerade das Display im ersten Eindruck.

Die Betrachtungswinkel sind sehr gering, vor allem von links und rechts im Querformat aus gesehen. Hierbei kommt es offenbar schnell zu Farbverfälschungen und "schwarzen Flecken". Das fiel jedoch nur in der kunterbunten Metro-Oberfläche wirklich auf, in der Desktop-Ansicht war das nur schwer zu bemerken. Diese ließ sich trotz des kleinen Bildschirms und der relativ hohen Auflösung ohne Anpassungen angenehm mit dem Finger bedienen. Selbst im Explorer ließen sich die zugegeben kleinen Ordner leicht öffnen.

Schwer, aber nicht wuchtig
Alles andere als "leicht" ist hingegen das Tablet selbst. 540 Gramm bringt es auf die Waage, stolze 232 Gramm mehr als das iPad mini, dessen Bildschirm lediglich 0,2 Zoll kleiner ist. Wuchtig wirkt das Iconia W3 dennoch nicht, das Gewicht ist gut und sinnvoll verteilt. An seiner dicksten Stelle misst es 11,35 Millimeter. Damit ist es zwar kein Kandidat für die Hosentasche, lässt sich aber bereits in kleinen Taschen angenehm verstauen.

Zu bemängeln war auch die Verarbeitung. Das Plastikgehäuse knarzte bei leichtem Druck und erwies sich bei näherer Betrachtung als sehr einfach biegbar. Das kann jedoch auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass es sich bei dem getesteten Gerät um ein Vorserienmodell handelte. Ein endgültiges Fazit dazu lässt sich erst bei einem ausführlichen Test fällen, wenn das Gerät schlussendlich auch bei uns erhältlich ist. Das sei laut Acer bereits für den Juni geplant, in dem das Tablet für einen Preis von 329 Euro (UVP, 32 GB-Variante) angeboten werden soll. Die 64 Gigabyte-Version wird demnach rund 379 Euro kosten.

Bluetooth-Tastatur und Microsoft Office
Ein cleveres Konzept hat sich Acer für Vielschreiber überlegt. Die optionale Bluetooth-Tastatur mit gummierter Auflage für das W3 lässt sich wie eine herkömmliche Tastatur nutzen. Wenn Tablet und Keyboard nicht mehr benötigt werden, wird das Tablet einfach herausgenommen und in die Rückseite der Tastatur eingelegt. So können beide Elemente als Einheit verbunden transportiert werden. Die Tastatur soll für einen Preis von 69 Euro verkauft werden. Im Test war die Verarbeitung dem Preis entsprechend - Kunststoff mit einer eher schwammigen Tastatur. Aber auch hier soll sich laut Acer noch einiges tun.

Das Tablet dürfte trotz seines niedrigen Preises vor allem an Arbeitende und Video-Fans gerichtet sein. Das Windows 8-Tablet wird von einem Intel Atom Z2760 angetrieben, der auch in anderen Windows 8-Tablets wie Asus VivoTab-Reihe oder dem Samsung Ativ Smart PC zum Einsatz kam. USB-Anschlüsse gibt es auch hier nicht, über einen microUSB-Slot, der eigentlich zum Laden gedacht ist, kann jedoch ein USB-Hub betrieben werden. Die Kamera erwies sich im Test als solide, für viel mehr als Videochat mit Freunden taugt sie jedoch durch den lahmen Autofokus und nicht. Über einen micro-HDMI-Port können Inhalte direkt auf dem Fernseher oder einem anderen externen Gerät angezeigt werden. Des weiteren finden sich ein microSD-Kartenslot, über den der interne Speicher um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden kann, sowie eine voll lizensierte Microsoft Office Home & Student-Version im Lieferumfang.

Fazit
Ob ein kleineres Windows 8-Tablet den von Microsoft erhofften Durchbruch für Windows 8 bringen wird, darf bezweifelt werden. Es öffnet allerdings neue Zugänge und wird so auch für den mobilen Einsatz deutlich interessanter. Wenn Acer seine Versprechen halten kann - leistungsfähig, lange Akkulaufzeit (8 Stunden) und Windows 8 ohne Einschränkungen - dann wird das Iconia W3 eine schlagkräftige Alternative zu iPad mini und Nexus 7.

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Michael Leitner

derfleck

Liebt Technik, die Möglichkeiten für mehr bietet - von Android bis zur Z-Achse des 3D-Druckers. Begeistert sich aber auch für Windows Phone, iOS, BlackBerry und Co. Immer auf der Suche nach "the next big thing". Lieblingsthemen: 3D-Druck, Programmieren, Smartphones, Tablets, Open Hardware, Videospiele

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